Positionspapier: Resilientes Wohneigentum für Generationen

Hohe Kosten, Klimawandel, neue gesetzliche Vorgaben: Wer im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung lebt, steht unter Druck. Der Verband Wohneigentum hat ein Positionspapier veröffentlicht, mit vier Forderungen für bezahlbares und zukunftsfestes Wohneigentum.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung lebt, steht unter Druck: Energieauflagen, Versicherungskosten, Handwerkermangel und Sanierungsbedarf kommen zusammen.
  • Die meisten Eigenheimbesitzer sind nicht reich. Viele haben jahrzehntelang für ihr Zuhause gespart und haben kaum Rücklagen für große Sanierungen.
  • Der Verband Wohneigentum fordert vier Dinge: starke Nachbarschaften, verlässliche Förderung für Klimaschutz und Klimaanpassung, bezahlbares barrierearmes Umbauen und Unterstützung für klimaresiliente Gärten.
  • Das Positionspapier entstand aus den Erfahrungen des 28. Bundeswettbewerbs 2024, in dem Resilienz das Leitthema war.
  • Update 2026: Das Heizungsgesetz wurde abgelöst, die Förderung wurde gekürzt, und der Zuschuss für barrierearmes Umbauen ist ausgeschöpft. Die Forderungen sind aktueller denn je.
Eine junge Familie umarmt sich © Panthermedia/Goodluz
Die Zeiten werden schwieriger für viele Menschen, die in der eigenen Immobilie leben oder sie erwerben: Vor diesem Hintergrund veröffentlicht der Verband Wohneigentum das Positionspapier "Resilientes Wohneigentum für Generationen".

Warum Wohneigentum für Generationen wichtig ist

Das eigene Haus, die eigene Wohnung ermöglicht selbstbestimmtes Wohnen, trägt zu Vermögensbildung und Altersvorsorge bei. Zusätzlich wirken Eigenheim-Siedlungen stabilisierend in ihrem Umfeld. "Dies zeigt unser Bundeswettbewerb", erklärt Peter Wegner, Präsident des Verbands Wohneigentum. “Bei den Vor-Ort-Begehungen der Jury-Rundreise wird zum Beispiel klar, dass von nachbarschaftlicher Unterstützung nicht nur ältere Menschen profitieren und dass das Ehrenamt eine tragende Säule des sozialen Zusammenhalts ist.”

Kostenfalle Eigenheim: Wo Eigentümer an ihre Grenzen stoßen

Doch die Zeiten werden schwieriger für viele Menschen, die in der eigenen Immobilie leben oder sie erwerben. Neben hohen Steuern, Fachkräftemangel, steigenden Versicherungskosten (wie Elementarversicherung) seien es vor allem die gestiegenen Anforderungen an die Energieeffizienz der Immobilien, die auf den Schultern der Wohneigentümern lasten.

Was bedeutet Resilienz beim Wohneigentum?

Naturnaher Garten mit Komposter, Hochbeeten und blühendem Weigelienstrauch © Verband Wohneigentum
Gärten leisten einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung.

Mehr denn je gilt es, resilient, also widerstandsfähig, zu sein. Im Bundeswettbewerb Wohneigentum 2024 ist Resilienz das übergeordnete Thema in allen Bewertungsbereichen. Es gilt, Eigenheime an die heutigen Erfordernisse zu Klimaschutz und Energieeffizienz anzupassen, altersgerecht und sicher zu gestalten und Vorsorge zu betreiben sowie sich in einer aktiven Nachbarschaft gegenseitig zu unterstützen. Doch der Bundeswettbewerb spiegelt auch wider, wo die Grenzen der Belastbarkeit für Menschen mit Wohneigentum liegen. Peter Wegner: "Anders als vielfach bekundet, sind Eigenheimbesitzer*innen in der Regel nicht reich, im Gegenteil: Vielfach schränken sie sich mehrere Jahrzehnte oder ihr ganzes Berufsleben ein und sparen, um das eigene Häuschen oder die Wohnung für die Familie abbezahlen zu können." Weitere Belastungen wie Instandsetzungen und das Erfüllen der steigenden energetischen Anforderungen an die Immobile überforderten nicht Wenige.

Der Bundeswettbewerb

Alle vier Jahre zeichnet der Verband Wohneigentum Eigenheimsiedlungen aus, die vorbildlich zeigen, wie gemeinschaftliches, ökologisches und generationengerechtes Wohnen gelingt. 2024 stand der Wettbewerb unter dem Motto „Wohneigentum – für Generationen handeln. Resiliente Siedlungen – sozial und ökologisch“.

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Positionspapier: "Wohneigentum - für Generationen handeln"

Die 4 Forderungen des Verbands Wohneigentum

Cover Positionspapier "Resilientes Wohneigentum für Generationen" © Verband Wohneigentum
Im Fokus des Papiers stehen Generationengerechtigkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Anpassung von Eigenheimen an Klimawandel und demografischen Wandel.

1. Gemeinschaft in Nachbarschaften stärken.

Ehrenamtliches Engagement und Begegnungsstätten sind für eine lebendige und solidarische Gemeinschaft in der Nachbarschaft unverzichtbar. Generationsübergreifende Siedlungen und Mehrgenerationenwohnen sind zu fördern.



2. Resilientes Wohnen/Klimaanpassung unterstützen. 

Die meisten Eigentümer*innen verfügen nicht über notwendige Rücklagen, um wesentliche Sanierungen zu finanzieren. Sie müssen durch verlässliche Förderungen befähigt werden, ihr Eigentum klimafreundlich zu modernisieren. Viele Menschen möchten nachhaltig und klimaneutral bauen. Die Politik sollte gezielt umweltfreundliche Baustoffe erschwinglich machen und Forschung in diesem Sektor unterstützen. Wichtig ist, dass dazu ausreichend unabhängige Informationen für Bauwillige erhältlich sind.



3. Barrierereduziertes Wohnen fördern. 

Oftmals reichen Rente und Ersparnisse nicht aus, um notwendige Umbaumaßnahmen oder einen Umzug in eine den Lebensumständen angepasste Wohnung zu finanzieren. Die barrierearme Umgestaltung des Wohnumfeldes muss finanziell auskömmlich gefördert werden.



4. Klimaresiliente Gärten aufbauen. 

Gärten leisten einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung. Eigentümer sollten durch die Politik gezielt zur ökologischen Gestaltung ihrer Gärten angeregt werden und Förderungen erhalten, etwa um Zisternen oder Versickerungsgruben zu bauen.

Positionspapier ‚Resilientes Wohneigentum für Generationen‘ herunterladen (PDF)

Anna Florenske

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