Selbstgenutztes Wohneigentum: Warum das eigene Zuhause so wichtig ist
Für Millionen Menschen ist das eigene Haus oder die Eigentumswohnung weit mehr als eine Immobilie. Die Online-Befragung 2025 des Verbands Wohneigentum zeigt, welche Bedeutung selbstgenutztes Wohneigentum für Lebensqualität, Sicherheit, Familie und Nachbarschaft hat – und welche Belastungen Eigentümer dafür in Kauf nehmen.
Alle zentralen Ergebnisse der Befragung als PDF kostenlos herunterladen:
Kernergebnisse - Bedeutung des selbstgenutzten Wohneigentums (pdf-Datei)
Das eigene Zuhause: Lebensanker und Herzensprojekt
Wohneigentum hat für viele Menschen eine Bedeutung, die weit über den materiellen Wert einer Immobilie hinausgeht. Das zeigt die bundesweite Online-Befragung des Verbands Wohneigentum, an der sich 2025 insgesamt 1.716 Eigentümerinnen und Eigentümer beteiligten.
Die Ergebnisse fallen deutlich aus: Neun von zehn Befragten würden sich wieder für selbstgenutztes Wohneigentum entscheiden. Das gilt auch dann, wenn der Weg zum eigenen Haus oder zur Eigentumswohnung zeitweise mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden war.
Damit wird deutlich, dass das Eigenheim für viele Eigentümerinnen und Eigentümer nicht nur eine finanzielle Entscheidung ist. Es steht für die Möglichkeit, das eigene Zuhause nach den persönlichen Vorstellungen zu gestalten, langfristig Sicherheit aufzubauen und einen festen Lebensmittelpunkt zu haben.
Besonders bemerkenswert: Unter den Befragten, die sich Eigentum leisten konnten, würden sich 95 % erneut dafür entscheiden - unabhängig von Alter, Wohndauer oder laufender Kreditbelastung.
Selbst bei jenen, die sich zeitweise finanziell überfordert fühlten, liegt die Zustimmung noch bei über 90 %. Das eigene Zuhause zählt damit zu den wichtigsten Bezugspunkten im Leben vieler Menschen in Deutschland.
Das eigene Zuhause bedeutet
- Unabhängigkeit
- Gestaltungsspielraum
- Sicherheit im Alter
- Stabilität für Familien
- Zugehörigkeit zum Quartier
Der Weg ins Eigenheim verlangt Verzicht - und warum er sich trotzdem lohnt
Für viele Eigentümerinnen und Eigentümer bedeutete die Finanzierung des Eigenheims, an anderer Stelle im Alltag Einschränkungen hinzunehmen.
Fast die Hälfte der Befragten – 49 % – berichtet von Konsumverzicht im Alltag. 44 % verzichteten auf Urlaubsreisen. Rund ein Viertel musste Einschränkungen bei der Freizeitgestaltung hinnehmen oder zusätzliche Jobs übernehmen.
Das zeigt: Der Erwerb von Wohneigentum ist für viele eine langfristige Entscheidung, für die kurzfristige Einschränkungen akzeptiert werden. Offenbar sind diese Einschnitte für die Mehrheit mit dem langfristigen Nutzen des eigenen Zuhauses vereinbar.
Anders sieht es aus, wenn die finanzielle Belastung dauerhaft zur Sorge wird. Von den 5 % Prozent der Befragten, die sich heute nicht noch einmal für Wohneigentum entscheiden würden, nennen 36 % fehlende Rücklagen als Grund. 42 % berichten von Existenzängsten.
Damit zeigt die Befragung auch eine Grenze: Finanzielle Belastungen werden offenbar eher akzeptiert, solange sie beherrschbar bleiben. Wo aus der Finanzierung des Eigenheims eine dauerhafte Unsicherheit wird, kann die positive Bewertung des Wohneigentums kippen.
Verzicht fürs Eigenheim
- 49 % verzichten im Alltag auf Konsum.
- 44 % verzichten auf Urlaubsreisen.
- Rund 25 % nehmen Einschränkungen bei Freizeit oder zusätzliche Jobs in Kauf.
- Nur 3 % berichten von keinen spürbaren Einschränkungen.
Wohneigentum stärkt Nachbarschaft und Gemeinschaft
Die Bedeutung des eigenen Zuhauses endet nicht an der Grundstücksgrenze. Wer dauerhaft in einer Immobilie lebt, ist häufig auch eng mit dem Wohnumfeld verbunden. Die Befragung zeigt, dass viele Eigentümerinnen und Eigentümer ihre Nachbarschaft als stabil und verlässlich erleben.
63 % der Befragten berichten von einer stabilen Nachbarschaft. 21 % nehmen dagegen eher Distanz wahr, während 16 % von Konflikten berichten.
Eine funktionierende Nachbarschaft kann im Alltag vieles erleichtern: Man kennt sich, hilft sich gegenseitig und übernimmt Verantwortung für das unmittelbare Wohnumfeld. Gerade bei selbstgenutztem Wohneigentum entsteht häufig eine langfristige Verbindung zum Quartier, weil die Menschen nicht nur für einige Jahre, sondern oftmals über Jahrzehnte am selben Ort leben.
Damit hat selbstgenutztes Wohneigentum auch eine gesellschaftliche Dimension. Eigentümerinnen und Eigentümer gestalten ihr Wohnumfeld mit, investieren in ihre Häuser und Gärten und können damit zur Entwicklung und Stabilität von Quartieren beitragen.
Aus Sicht des Verbands Wohneigentum spricht dies dafür, selbstgenutztes Wohneigentum nicht allein unter finanziellen oder immobilienwirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Auch die Auswirkungen auf Nachbarschaften und das Zusammenleben spielen eine Rolle.
Der eigene Garten: Erholung, Selbstversorgung sowie Natur- und Klimaschutz
Für viele Eigentümerinnen und Eigentümer gehört zum eigenen Zuhause auch ein Stück Grün. 82 % der Befragten leben mit einem eigenen Garten oder Grünbereich am Haus. Dabei erfüllt der Garten unterschiedliche Funktionen – von der persönlichen Erholung bis hin zum Beitrag für Natur und Klima.
Für 71 % ist der Garten vor allem ein Ort der Erholung. Hier lässt sich Zeit im Freien verbringen, ohne dafür das eigene Grundstück verlassen zu müssen. Gleichzeitig sehen viele Befragte weitere Vorteile: 43 % verstehen ihren Garten als Beitrag zum Natur- und Klimaschutz, 28 % nutzen ihn zur Selbstversorgung.
Damit wird der private Garten zu mehr als einem zusätzlichen Bestandteil des Wohneigentums. Bäume, Sträucher, Beete und andere bepflanzte Flächen können Lebensräume schaffen und dazu beitragen, Regenwasser aufzunehmen und Flächen bei Hitze zu kühlen.
Nur 6 % der Befragten empfinden ihren Garten als Belastung. Für die große Mehrheit überwiegen damit offenbar die positiven Seiten. Der Garten verbindet persönliche Lebensqualität mit ökologischen Funktionen – und ist für viele ein wichtiger Bestandteil dessen, was sie an ihrem eigenen Zuhause schätzen.
Die Forderungen des Verbands
Planbare und ausreichend ausgestattete Förderprogramme
Reduzierte Einstiegshürden wie geringere Grunderwerbsteuer beim Ersterwerb
Vereinfachtes Steuer- und Bauordnungsrecht
Bestandsschutz bei Sanierungen
Realistische und gestreckte Klimaanpassungsfristen
Programme zur altersgerechten Anpassung
Unterstützung für klimaresiliente Gartengestaltung
Wohneigentum muss förderfähig, bezahlbar und
verlässlich planbar bleiben.
Online-Umfrage zum selbstgenutzten Wohneigentum
Angesichts aktueller politischer und gesellschaftlicher Debatten über die Zukunft des Eigenheims hat der Verband Wohneigentum im Zeitraum vom 1. Juli bis 31. August 2025 eine bundesweite Online-Umfrage durchgeführt. 1.716 Eigentümerinnen und Eigentümer haben teilgenommen.