Pflanzenschutz im Hausgarten: Umfrage zeigt Wunsch nach nachhaltigen Lösungen

Nachhaltiger Pflanzenschutz ist für Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer ein wichtiges Thema. Eine Umfrage des Verbands Wohneigentum zeigt, welche Methoden bevorzugt eingesetzt werden, wo noch Herausforderungen bestehen und warum der Wunsch nach unabhängiger Beratung und umweltschonenden Alternativen wächst.

Mechanischer Pflanzenschutz: Trauben mit Organzabeutel © Verband Wohneigetum/Breidbach
Weintrauben lassen sich mit einem Organzbeutel vor Schädlingen schützen – eine einfache und umweltschonende Methode im Hausgarten.

Die Umfrageergebnisse des Verbands für Wohneiggentum zeigt eine klare Haltunug: Für 96,4 Prozent der Befragten ist umweltschonendes Gärtnern wichtig oder sehr wichtig. Der Wunsch, Pflanzen gesund zu erhalten und gleichzeitig Natur, Boden und Insekten zu schützen, ist damit fest im Bewusstsein der Mitglieder verankert. 

Auch die bevorzugten Pflanzenschutzmaßnahmen spiegeln diesen Anspruch wider. Am häufigsten setzen die Teilnehmenden auf vorbeugende Maßnahmen, etwa die Auswahl robuster Pflanzen oder eine gute Pflanzenpflege. Ebenfalls weit verbreitet sind mechanische Methoden wie Absammeln oder Schutznetze sowie biologische Verfahren und Hausmittel.

Nachhaltig gärtnern – aber nicht immer ohne Chemie

Die Umfrage macht aber auch deutlich, dass Anspruch und Praxis nicht immer deckungsgleich sind. Trotz der hohen Zustimmung zum umweltschonenden Gärtnern greift rund jede oder jeder Fünfte (20 Prozent) nach wie vor zu chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln. 

Aus Sicht der Gartenberatung des Verbands Wohneigentum ist dies kritisch zu bewerten. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sollten im Privatgarten grundsätzlich nicht eingesetzt werden, da sie nicht nur Schadorganismen treffen, sondern auch Nützlinge und andere Bestandteile des natürlichen Ökosystems beeinträchtigen können. Ein naturnaher Garten lebt jedoch gerade von stabilen biologischen Kreisläufen. 

Dennoch zeigt sich ein positiver Trend: Bei einer vergleichbaren Mitgliederbefragung aus dem Jahr 2014 lag der Anteil der Nutzer chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel noch bei 27 Prozent. Innerhalb von zwölf Jahren ist dieser Wert damit um rund ein Viertel zurückgegangen. Das deutet darauf hin, dass immer mehr Gartenbesitzer alternative Wege ausprobieren und annehmen. 

Unsere Position zum nachhaltigen Pflanzenschutz

Download der Verbandsposition zum Thema Pflanzenschutz

„Mit der Natur, nicht gegen sie: Grundsätze für einen umweltverträglichen Pflanzenschutz im Garten“ 

 

Die Position basiert auf 5 Grundsätzen

  • Kein Schaden für Flora/Fauna
  • Vorbeugung vor Eingriff
  • Sorgfältige Abwägung
  • Verzicht auf Chemie
  • Wissensvermittlung an Verbraucher

 

Statt Chemie empfiehlt der Verband ein 4-stufiges Vorgehen

  • Vorbeugung
  • Mechanische Maßnahmen
  • Biotechnische Verfahren
  • Nützlinge/Grundstoffe

 

Politische Forderungen

  • Keine neuen Zulassungen für chemische Mittel in Privatgärten/öffentlichen Grünflächen
  • Mehr unabhängige Beratung
  • Bessere Schulung im Handel
  • Mehr Kinder- und Schulgärten

Gartenbesitzer wünschen sich mehr unabhängige Beratung

Wer Fragen zum Pflanzenschutz hat, informiert sich heute vor allem im Internet. Gleichzeitig gehört die Gartenberatung des Verbands Wohneigentum zu den wichtigsten Informationsquellen – ein deutliches Zeichen für das Vertrauen der Mitglieder in unabhängige und praxisnahe Beratung. 

Besonders interessant sind die Antworten auf die offene Frage nach den Wünschen der Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer. Drei Themen ziehen sich durch viele Antworten: 

An erster Stelle steht der Wunsch nach mehr verständlichen und unabhängigen Informationen – etwa zur Erkennung von Schaderregern, zu vorbeugenden Maßnahmen oder zur richtigen Auswahl geeigneter Methoden. 

Ebenso häufig wünschen sich die Teilnehmenden mehr biologische und umweltschonende Lösungen, die Nützlinge, Bodenleben und Artenvielfalt schützen. 

An dritter Stelle steht der Wunsch nach wirksamen Alternativen zu chemischen Pflanzenschutzmitteln. Viele Mitglieder möchten bewusst auf chemische Mittel verzichten, erwarten aber gleichzeitig praxistaugliche und zuverlässige Lösungen gegen Krankheiten und Schädlinge. 

Nachhaltiger Pflanzenschutz braucht praxistaugliche Lösungen

Die Umfrage zeigt: Die Mitglieder des VErbandes möchten naturnah gärtnern und Verantwortung für Umwelt und Artenvielfalt übernehmen. Gleichzeitig wird deutlich, dass gute Beratung und leicht umsetzbare Alternativen entscheidend sind, um den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel weiter zu reduzieren. 
 
Anna Florenske 

Online-Umfrage Pflanzenschutz im Hausgarten

Die anonyme Online-Befragung zum Thema Pflanzenschutz im Hausgarten beschäftigt sich mit den Fragen, wie Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer mit Pflanzenschutz umgehen und welche Methoden sie einsetzen. Außerdem fragte sie, wo sich die Gartenbesitzer unterstützung wünschen. 

Ziel der Umfrage ist es, ein besseres Verständnis für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner Pflanzenschutz heute umsetzen, welche Probleme häufig auftreten und welche Rolle dabei Nachhaltigkeit und umweltschonendes Gärtnern spielen.

Insgesamt haben im Zeitraum vom 1. April bis 31. Juli 2026 haben gut 600 Menschen teilgenommen.

 

Es wurde abgefragt:

  • Wie ist Ihre Einstellung zum Pflanzenschutz im Hausgarten?

  • Welche Schaderreger, Pflanzenkrankheiten oder Problem-Pflanzen begegnen Ihnen?

  • Welche synthetischen, biologischen oder mechanischen Pflanzenschutzmaßnahmen setzen Sie ein?

  • Welche Bedeutung hat umweltfreundliches und nachhaltiges Gärtnern für Sie?

  • In welchem Umfang wünschen Sie Beratung zum Pflanzenschutz?