Vorgärten gestalten: Einfach, wild und vielfältig

Ein vielfältiger Vorgarten kann mehr sein als eine schöne Visitenkarte des Hauses. Mit standortgerechten Staudenmischungen entstehen pflegeleichte und artenreiche Pflanzungen, die über viele Monate blühen und zugleich Lebensraum und Nahrung für Insekten bieten. Wie die Anlage gelingt und worauf bei Standort, Pflanzung und Pflege zu achten ist, zeigt Gartenberater Sven Görlitz am Beispiel eines Goldsaums.

Das Wichtigste in Kürze

  • Staudenmischpflanzungen sind eine Möglichkeit, Vorgärten abwechslungsreich und pflegeleicht zu gestalten.
  • Die Mischung sollte zum Standort passen – entscheidend sind vor allem Lichtverhältnisse und Boden.
  • Eine gute Vorbereitung der Pflanzfläche ist wichtig, insbesondere bei Wurzelunkräutern.
  • Im ersten Jahr brauchen die Pflanzen bei Trockenheit regelmäßig Wasser.
  • Ziel ist ein dichter Bewuchs, der unerwünschten Aufwuchs zunehmend unterdrückt.
  • Nicht jede spontan auftretende Pflanze muss entfernt werden: Akelei, Königskerze, Natternkopf oder Nachtkerzen können wertvolle Begleiter sein.
  • Der Rückschnitt erfolgt im Februar oder März. Schnittgut sollte zunächst abseits gelagert werden, damit überwinternde Insekten schlüpfen können.
Goldsaum © Görlitz/Verband Wohneigentum
Goldsaum im Juli.

Blühende Pflanzungen, die das ganze Jahr über ein Blickfang sind, haben es schwer in Zeiten, in denen immer mehr Vorgärten zugepflastert oder mit Schotter zugeschüttet werden. Doch alles spricht für sie: Pflanzen kühlen das Kleinklima ab, vermindern Lärm und wirken als Feinstaubfilter. Blütenpflanzen in unseren Gärten bieten Nahrung für Insekten und Vögel. Durch massive Veränderungen wie das Insektensterben und Extremwetterereignisse wie Hitzewellen erhält der Hausgarten eine immer größere Bedeutung für ein lebenswertes Wohnumfeld und für den Artenschutz. Und sei er auch noch so klein: Schon jeder Vorgarten kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten - wenn er artenreich und vielfältig gestaltet ist.

Staudenmischpflanzungen für den Vorgarten

Die Pflanzenkombinationen wurden von Staudenexperten in Hochschulen und Forschungseinrichtungen entwickelt und geprüft. In der Vergangenheit verwendete man Staudenmischpflanzungen in erster Linie im städtischen Grün. Inzwischenhalten sie Einzug in private Gärten.

Solch professionelle Staudenmischungen im Beet bestehen aus bodendeckenden Stauden, Gerüst- und Begleitstauden. Zusätzlich können frühblühende Zwiebel- und Knollenpflanzen integriert werden. Staudenmischpflanzungen bieten somit Blüten- und Blattschmuck rund ums Jahr. Die Anlage solcher Rabatte ist einfach ­-eine aufwendige Planung entfällt in diesem Fall. Weitere Vorteile liegen auf der Hand:

  • Großes Angebot für alle Standortansprüche
  • Einfach zu realisieren- Stauden bequem entsprechend der Flächengröße bestellen
  • Getestete Pflanzenmischungen sind ganzjährig attraktiv
  • Geringer Pflegeaufwand
  • Je nach Pflanzung hoher ökologischer Wert

Artenreiches Staudenbeet Schritt für Schritt anlegen

Vor der Pflanzung

  • Mindestens 10 m² Pflanzfläche einplanen.
  • Informationen zu verschiedenen Staudenmischungen und Anbietern einholen.
  • Vor dem Bestellen ist zu überlegen, welche Pflanzung an welchen Standort passt. Liegt das zu bepflanzende Stück in der Sonne, im Halbschatten oder gar im Schatten? 
  • Bodenbeschaffenheit berücksichtigen: Ist er schwer und humos oder leicht und nährstoffarm?
  • Eine passende Staudenmischung für den jeweiligen Standort auswählen.
  • Beispiele für bekannte Mischungen sind „Silbersommer“, „Indianersommer“, „Blütentraum“ und „Blütenzauber“.
  • Die Pflanzfläche muss frei von Wurzelunkräutern wie Giersch oder Ackerschachtelhalm sein.

Stauden pflanzen

  • Die bestellten Stauden zunächst entsprechend der Anleitung auf dem vorbereiteten Beet ausstellen.
  • Anschließend die Stauden einpflanzen und gut wässern.
  • Zur Unterdrückung unerwünschten Aufwuchses kann die Fläche mit einem mineralischen Material wie feinem Kies abgedeckt werden – etwa 5 cm hoch.
  • Werden Stauden mit einer solchen mineralischen Abdeckung gepflanzt, müssen sie entsprechend höher eingepflanzt werden.

Für sehr sonnige, trockene Standorte

  • Für besonders pflegeleichte Pflanzungen in der prallen Sonne kann der Oberboden entfernt werden.
  • Anschließend wird eine etwa 20 cm starke Schicht aus Kies mit Sandanteil aufgebracht, beispielsweise mit der Körnung 0–32 mm.
  • Geeignete, trockenheitsliebende Staudenmischungen wie Präriestaudenpflanzungen werden direkt in den Kies gepflanzt.
  • Vorteil laut Ausgangstext: Die Pflanzen leiden weniger unter Staunässe und auf der Fläche siedeln sich später nur wenige unerwünschte Pflanzenarten an.

Staudenbeet richtig pflegen

  • Im ersten Jahr sollten die Stauden bei Trockenheit gewässert werden. Wurde die passende Mischung für den Standort gewählt, sollte danach keine Bewässerung mehr notwendig sein.
  • Ziel ist ein flächendeckender Bewuchs, der Wildwuchs dauerhaft unterdrückt.
  • Besonders am Anfang ist es wichtig, wilden Aufwuchs ("Unkraut") zu entfernen. Dafür sollte man sich beim Pflanzen gut einprägen, welche Pflanzen gesetzt wurden, um nicht die falschen zu jäten.
  • Nicht jeder Wildwuchs muss entfernt werden. So können auch ein- und zweijährige Arten wie Akelei, Königskerze, Natternkopf, oder Nachtkerzen wünschenswerte Begleiter sein.
  • Für die Pflanzungen genügt ein kompletter Rückschnitt im Februar/März vor dem Austrieb. Längere Stängel sollten nach dem Schnitt noch abseits gelagert werden. So ermöglicht ihr überwinternden Insekten das Schlüpfen . Danach kann das Schnittgut gehäckselt auf der Fläche ausgebracht werden.
  • Bei Bedarf können die Stauden im Frühjahr mit einem organischen Dünger gedüngt werden.

Viel Freude mit eurem blühenden Vorgarten!

Sven Görlitz

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