In Gärten mit Hanglagen bietet es sich an, die Terrassierung mit einer Natursteinmauer abzufangen. Sie bietet nicht nur einen schönen Blickfang, sondern ist ein wichtiger Lebensraum für viele Kleintierarten. Im Folgenden wird der Aufbau einer so genannten Trockenmauer erklärt. Diese Mauern werden ohne Beton und Mörtel aufgesetzt. Dies hat den Vorteil, dass sie leicht zu bepflanzen sind und Tieren Unterschlupf bieten. Außerdem sind sie elastisch, passen sich leichten Bodenbewegungen an und sind einfach zu reparieren.
Auswahl der Steine für die Trockenmauer
Es können fast alle Steine für Trockenmauern verwendet werden. Wichtig ist ihre Haltbarkeit (Frost) und die Bearbeitbarkeit. Besonders schön sind Mauern aus bereits gebrauchten Sandsteinen, z.B. von Abbruchhäusern. Vorzuziehen sind Steine aus der näheren Umgebung. Geeignet sind beispielsweise Sandstein, Kalkstein, Granit oder andere regional typische Natursteine, sofern sie frostbeständig und für den Aufbau der Mauer geeignet sind. Unterschiedliche Steinformen und -größen sorgen für ein natürliches Erscheinungsbild und erleichtern den stabilen Aufbau.
Trockenmauer bauen: Aufbau und wichtige Regeln
- Für eine etwa 1 m hohe Trockenmauer sollte das Fundament rund 30 cm stark sein und aus verdichtetem Schotter bestehen.
- Die Mauerstärke am Fuß muss mindestens 1/3 der Mauerhöhe betragen.
- Die Neigung muss mindestens 10% der Höhe betragen. Hilfreich ist es hier vorher ein Schnurgerüst zu bauen.
- Jetzt werden die Steine, in der entsprechenden Neigung zum Hang, eingebaut. Zu beachten ist, dass größere Steine im unteren Bereich verwendet werden.
- Etwa ¼ der Steine sollte durchbinden (d.h. die gesamte Mauerbreite durchlaufen).
- Als Drainage muss die Mauer mit Kies hinterfüllt werden, dieser wird in Lagen verdichtet.
- Für eine gute Stabilität sollten an der Stirnseite keine zu langen Fugen entstehen. Senkrechte Fugen müssen jeweils nach einem so genannten Wechsler überdeckt werden.
- Durch Einkeilen kleinerer Steine in die Zwischenräume erhöht sich die Stabilität.
- Zwischen manchen Steinen sollten Hohlräume bis hinter die Mauer erhalten bleiben, oder Tonröhren mit eingebaut werden. Diese können dann Tieren als Unterschlupf dienen.
Trockenmauer bepflanzen
Eine Trockenmauer lässt sich bereits beim Aufbau bepflanzen. Dafür werden geeignete Pflanzen vorsichtig in die Zwischenräume gesetzt. Wichtig ist, dass die Pflanzlöcher ausreichend groß sind und eine durchgehende Erdverbindung bis hinter die Mauer haben. So können die Pflanzen gut anwachsen und sich mit ihren Wurzeln im Boden verankern. Besonders geeignet sind robuste, trockenheitsverträgliche Pflanzen, die mit wenig Erde und Nährstoffen auskommen.
Tipps zur Pflanzenauswahl:
Trockenmauer als Lebensraum für Tiere
Eine naturnah gestaltete Trockenmauer kann schnell zu einem wertvollen Lebensraum im Garten werden. Bietet die Mauer genügend Verstecke, werden sich wohl schon bald einige nützliche Helfer ansiedeln. Die Unterschlupfmöglichkeiten werden gerne von Kröten, Molchen, Spitzmäusen, Eidechsen, Blindschleichen, Spinnen, Hummeln, Wildbienen, Laufkäfern und anderen Tieren angenommen.