Tipps für den Urlaub: Garten allein Zuhause

Wer in den Sommerurlaub fährt, sollte seinen Garten gut vorbereiten. Mit richtigem Gießen, Mulchen und einer passenden Bewässerung überstehen viele Pflanzen auch längere Trockenzeiten. Besonders Gemüse, Kübelpflanzen und das Gewächshaus brauchen während der Abwesenheit zusätzliche Aufmerksamkeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor dem Urlaub: Gemüsebeete, Gewächshaus und Kübelpflanzen brauchen besondere Aufmerksamkeit.
  • Besser selten und gründlich: Ein- bis zweimal pro Woche reichlich gießen ist grundsätzlich sinnvoller als täglich nur kleine Mengen.
  • Boden abdecken: Mulch und Bodendecker helfen, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.
  • Tropfbewässerung: Sie bringt Wasser gezielt an die Wurzeln und kann mit Zeitschaltuhr oder Bodensensor gesteuert werden.
  • Beste Gießzeit: Am Morgen verdunstet weniger Wasser. Zudem bleibt der Boden nicht über Nacht feucht.
Gieskanne © Verband Wohneigentum/Dahlmann
Bildunterschrift: Der Garten im Urlaub: Wer mit der Gießkanne wässert, sollte das Wasser ganz gezielt an die Wurzeln bringen und nicht mit der Brause über die Pflanzen verteilen.

So kommt der Garten gut durch den Urlaub

Für die Pflanzen im Garten, also Zier- und Obstgehölze, Stauden oder den Rasen, ist das kein Problem. Bei Gemüse oder im Gewächshaus ist das schon schwieriger. Hier helfen nur ein netter Nachbar oder automatisierte Systeme, die einen Bewässerungsvorgang starten, sobald über Bodensensoren die Meldung kommt, dass der Boden zu trocken ist.

Pflanzen auf Trockenheit vorbereiten

Die Vorbereitungen für längere Trockenzeiten sind langwierig. Im Garten kann man die Pflanzen durch ein weniger häufiges und dafür intensives Wässern über das Jahr dazu erziehen, tiefergehende Wurzeln zu erziehen, die in Trockenzeiten Wasser aus tieferen Bodenschichten aufzunehmen. Das hilft auch in Urlaubszeiten.

Wasser gezielt an die Wurzeln bringen

Gießen Sie möglichst direkt in den Wurzelbereich und nicht über Blätter und Blüten. Das spart Wasser und kann helfen, Pilzkrankheiten vorzubeugen. Bei der Bewässerung mit der Gießkanne deshalb besser auf die Brause verzichten.

Kübelpflanzen brauchen besondere Aufmerksamkeit

Vertrocknete Rosen © Pixabay
Rosen vertragen in der Regel Hitze und Trockenheit gut - aber auch das hat Grenzen

Bei Kübelpflanzen ist das durch den begrenzten Wurzelraum schwieriger. Hier hilft es, die Pflanzen von Anfang an nicht zu sehr zu verwöhnen und damit ein zu starkes Wachstum zu fördern.

Boden vor dem Austrocknen schützen

Die beste Maßnahme, um den Boden möglichst lange feucht zu halten, ist das Abdecken des Bodens. Dauerhaft ist dabei die Verwendung von bodendeckenden Stauden wie z.B. Bleiwurz, niedriger Storchschnabel oder Vinca. Alternativ ist das Mulchen zu nennen. Dazu kann man Grasschnitt verwenden oder frisch gehäckseltes Schnittgut, welches vielleicht gerade im Sommerschnitt bei Hecken anfällt.

Im Gemüsegarten ist das regelmäßige Harken eine wichtige Maßnahme. Dadurch werden Kapillargänge, durch die Wasser aus dem Boden heraus verdunstet, zerstört und das Wasser bleibt länger im Boden.

Die richtige Bewässerung für Garten und Balkon

Im Garten sollten wenn möglich keine Überkopfsysteme verwendet werden, gemeint sind damit Systeme, welche die Pflanzen von oben wässern - das fördern Krankheiten. Am besten geeignet sind Tropfbewässerungssysteme, die über Zeitschaltuhr oder mit Sensoren im Boden ausgestatten gesteuert werden. Hierbei gelangt das Wasser ganz gezielt an die Pflanzen und deren Wurzeln und die Bodenoberfläche bleibt um die Pflanzen herum trocken. Tropfbewässerung gibt es übrigens auch für Kübelpflanze.

Wer klassisch mit der Gießkanne unterwegs ist, sollte das Wasser auch ganz gezielt an die Wurzeln bringen und nicht mit der Brause über die Pflanzen verteilen.

Tropfbewässerung spart Arbeit und Wasser

Tropfbewässerungssysteme geben das Wasser langsam und gezielt an die Pflanzen ab. Mit Zeitschaltuhr oder Bodensensor lassen sie sich auch während des Urlaubs steuern. Für Kübelpflanzen gibt es ebenfalls geeignete Systeme.

Einfache Lösungen für Pflanzensitter

Klar hilft so etwas. Gerade beim Gemüse, z.B. bei Tomaten, kommen solche Varianten zum Einsatz. Eingegrabene Flaschen oder Blumentöpfe lassen das Wasser langsamer in den Boden versickern und die Pflanze und die Bodenoberfläche bleiben trocken. Sogenannte Ollas (Ojas !), also große bauchige Tongefäße, sind im Moment im Trend. Die Gefäße werden neben den Pflanzen im Boden eingegraben und dann mit Wasser gefüllt. Durch das poröse Material gelangt das Wasser langsam in den Bodenbereich, in dem sich auch die Wurzeln befinden. Mit ein wenig handwerklichem Geschick kann man diese auch mit klassischen Tontöpfen herstellen.

Einfache Bewässerung mit Flaschen oder Tontöpfen

Eingegrabene Wasserflaschen oder Blumentöpfe geben Wasser langsam an den Boden ab. Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Ollas: Die porösen Tongefäße werden neben den Pflanzen eingegraben und mit Wasser gefüllt. So gelangt die Feuchtigkeit nach und nach in den Wurzelbereich.

Schlappe Blätter bedeuten nicht immer Wassermangel

Welke Blätter können auf Trockenheit hinweisen. Die Ursache kann aber auch zu viel Wasser sein, wenn die Wurzeln durch Staunässe geschädigt werden. Deshalb immer sowohl die Pflanze als auch die Bodenfeuchte kontrollieren.

Vertrocknete Pflanzen richtig retten

Da hilft meist nur der kräftige Rückschnitt in der Hoffnung, dass die Pflanzen aus "schlafenden Augen" (Knospen) wieder austreiben. Allerdings muss man nach dem Rückschnitt sein Gießverhalten anpassen, da die Pflanzen erst einmal weniger Wasser verbrauchen.

Wie viel Wasser brauchen Pflanzen?

Regentonne © Görlitz/Verband Wohneigentum
Regenwasser ist eine kostbare Ressource, die frei Haus vom Himmel fällt.

Grundsätzlich lieber ein bis zwei Mal die Woche und reichlich statt jeden Tag nur ein wenig. Am besten ist natürlich das Gießen nach Bedarf. Das heißt aber auch, ich muss mir meine Pflanzen genauer anschauen und anhand des Bodens oder der Blätter entscheiden, ob zu gießen ist.

Bei hohen Temperaturen und je nach Pflanze kann ein tägliches gießen wirklich wichtig werden, je nach Topfgröße vielleicht auch zwei Mal. Das ist natürlich auch von weiteren Bedingungen (Standort, Größe des Kübels etc.) abhängig.

Tiefes Wurzeln statt häufiges Gießen

Wer Pflanzen über längere Zeit regelmäßig, aber nicht zu häufig und dafür durchdringend wässert, unterstützt die Bildung tieferer Wurzeln. Das kann den Pflanzen helfen, Trockenperioden besser zu überstehen.

Wasserbedarf an Pflanzen erkennen

Wenn die Blätter schlapp werden, also anfangen zu welken, ist dringender Bedarf angemeldet. Aber: auch ein zuviel an Wasser kann eine Welke verursachen - wenn nämlich das Wasser unerkannt im Topf steht und die Wurzeln anfangen zu faulen. Wichtig: immer die ganze Pflanzen und den Boden im Auge behalten.

Morgens statt mittags oder abends gießen

Die beste Tageszeit ist tatsächlich morgens. Das hat mehrere Gründe: zum einen ist die Luft noch kühl und es verdunstet weniger Wasser. Auch die Pflanze ist noch kühl und kommt besser mit dem kalten Gießwasser zurecht. Abends kann das kalte Wasser wie ein Schock wirken - wenn unbedingt nötig, dann abgestandenes Wasser verwenden. Mittagshitze und Sonneneinstrahlung sind auf jeden Fall keine guten Partner beim Gießen.

Weiterer Nachteil beim abendlichen Wässern: der Boden um die Pflanzen bleibt über die Nacht feucht. Beste Bedingungen für die so ungeliebten Nacktschnecken.

Interview: Anna Florenske

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