Rasenpflege im Herbst: Mähen, düngen und für den Winter fit machen

Im Herbst braucht der Rasen noch einmal besondere Pflege. Mähen, düngen, nachsäen und Laub entfernen helfen dabei, dass die Gräser gesund durch den Winter kommen. Gartenberater Philippe Dahlmann erklärt, worauf jetzt zu achten ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rasen bis zum Ende des Wachstums regelmäßig mähen.
  • Im Herbst gezielt düngen und bei Bedarf nachsäen.
  • Laub und Fallobst regelmäßig vom Rasen entfernen.
  • Vor dem Winter auf kahle oder geschädigte Stellen achten.
Herbstlicher Rasen mit Laub und Rasenmäher © Verband Wohneigentum/Breidbach
Entfernt Herbstlaub und Fallobst regelmäßig vom Rasen, denn er braucht Licht! Das Laub kann für die Kompostierung oder als schützende Mulchschicht in Beeten oder unter Sträuchern verwendet werden.

Vertikutieren und nachsäen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

  • Bei stark vermoosten Flächen kann von August bis September ein zweites Mal vertikutiert werden. Zeigen sich im Rasen Kahlstellen, könnt ihr getrost bis etwa Mitte Oktober nachsäen.

Rasen mähen: Wie kurz sollte er im Herbst sein?

Je nach Witterung und Lage kann Rasen mähen bis in den Dezember notwendig sein.
  • Wenn es im Herbst kühler wird, wachsen die Rasengräser langsamer und die Mähintervalle können länger werden. Trotzdem sollte so lange gemäht werden, bis die Gräser das Wachstum einstellen. Je nach Witterung und Lage kann das bis in den Dezember notwendig sein. Wird das Mähen zu früh eingestellt, ist der Rasen im Frühjahr bis zum ersten Schnitt sehr schnell zu hoch. Die Rasenpflanzen erhalten so bereits ihren ersten Schaden: sie vergilben von unten und Pilzkrankheiten haben ein leichtes Spiel.

  • Bevor der Rasen in die Winterruhe geht, sollte er noch einmal relativ kurz (Halme ca. 4-5 cm lang) gemäht werden. Kurz geschnittener Rasen übersteht den Winter besser, er bleibt gesünder und zeigt sich im Frühjahr wüchsiger.

  • Wird der Rasen zu kurz geschnitten, ist die Fotosyntheseleistung beeinträchtigt. Das reduziert die Widerstandsfähigkeit der Gräser stark. Eine weitere Folge ist, dass sogenannte Unkräuter und Moos sicher besser ansiedeln können. Die Rasengräser sind geschwächt und nicht ausreichend konkurrenzstark.

Nicht zu kurz mähen

Ein zu kurzer Rasenschnitt schwächt die Gräser und kann ihre Widerstandsfähigkeit verringern. Vor dem Winter sollte der Rasen deshalb nicht radikal heruntergeschnitten werden.

Herbstdüngung: Was braucht der Rasen vor dem Winter?

  • Stellt ab Mitte September die Düngung mit Volldüngern ein. So werden die Rasengräser weniger krankheitsanfällig.

  • Im September/ Oktober (je nach Region und Witterung) empfiehlt sich eine Abschlussdüngung mit Kalimagnesia (Patentkali). Das fördert die Winterhärte der Gräser. Bodengehalte berücksichtigen!

Nicht jeder Rasen braucht dieselbe Pflege

Ob Zierrasen, Gebrauchsrasen oder eine naturnah gepflegte Fläche: Die Ansprüche unterscheiden sich. Auch Standort, Boden und Witterung beeinflussen, wie viel Pflege im Herbst tatsächlich nötig ist.

Sommerschäden: Wann erholt sich der Rasen von selbst?

Eine Neueinsaat ist von September bis etwa Mitte Oktober (je nach Region und Witterung) möglich

Vor allem in sehr heißen und trockenen Jahren kann es passieren, dass die Rasenwurzeln Schaden nehmen oder ganz absterben. War das sommerliche Wetter nicht zu extrem, dann sehen die Flächen bei Trockenheit zwar auch vertrocknet aus, die Wurzeln überstehen diese Trockenperioden aber meistens und die Gräser treiben neu durch. Im Ausnahmesommer 2018 sind in so manchen Garten die Rasengräser komplett abgestorben. Wer weiterhin Rasen genießen möchte, dem bleibt nur eins: neu aussäen!

Herbst ist Pflanzzeit – auch für den Rasen

Der Herbst bietet nicht nur für Rasensaat gute Bedingungen. Auch viele Gehölze, Stauden und Blumenzwiebeln können jetzt gepflanzt werden. Wer ohnehin im Garten arbeitet, kann die Jahreszeit für mehrere Gartenprojekte nutzen.

Rasen neu aussäen: Wann gelingt die Nachsaat?

Eine Neueinsaat ist von September bis etwa Mitte Oktober (je nach Region und Witterung) möglich.
Da die Böden zu diesem Zeitpunkt nicht mehr so schnell austrocknen wie in der wärmeren Jahreszeit, keimt das Rasensaatgut gleichmäßig. Vor der Raseneinsaat sollten jedoch wichtige Maßnahmen berücksichtigt werden. Beginnt dann der Winter, ist bereits eine schöne dichte Grasfläche entstanden.

Wiesenschnaken: Wie lassen sich die Larven biologisch bekämpfen?

Wenn es auf Rasenflächen zu Problemen mit der Wiesenschnake (Tipula paludosa) kommt, kann eine biologische Bekämpfung der Larven mit räuberischen Nematoden (Steinernema carpocapsae) helfen. Die von September bis Oktober ausbringen. Dabei sollte die Bodentemperatur für mindestens 2 Wochen über 12 °C liegen. Nach der Behandlung muss der Boden 2 Wochen lang feucht gehalten werden.

Laub gehört nicht auf den Rasen

Eine geschlossene Laubschicht nimmt den Gräsern Licht und kann die Entstehung von Pilzkrankheiten begünstigen. Deshalb sollte Laub regelmäßig entfernt werden – im Beet kann es dagegen als Mulch wertvoll sein.

Laub und Fallobst: Warum sollte der Rasen frei bleiben?

Entfernt Herbstlaub und Fallobst regelmäßig vom Rasen, denn er braucht Licht! Das Laub kann für die Kompostierung oder als schützende Mulchschicht in Beeten oder unter Sträuchern verwendet werden.

Philippe Dahlmann

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