Regenwasser versickern: Planung und Voraussetzungen

Regenwasser im Garten versickern lassen statt in den Kanal leiten: Das entlastet die Kanalisation bei Starkregen, füllt das Grundwasser auf und kann die Abwassergebühren senken. Damit es klappt, müssen Boden, Grundwasserstand und Abstände passen. Gartenberater Martin Breidbach zeigt, was ihr bei der Planung beachten müsst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Regenwasser versickern entlastet die Kanalisation, füllt das Grundwasser auf und kann die Niederschlagswassergebühr senken.
  • Voraussetzungen: durchlässiger Boden, sauberes Wasser, genug Abstand zu Gebäuden, Nachbargrenze und Grundwasser.
  • Oberirdische Versickerung über Rasen oder Mulden ist am einfachsten und reinigt das Wasser durch die belebte Bodenschicht.
  • Unterirdische Anlagen wie Rigolen oder Schächte sollten von Fachleuten geplant werden und sind meist erlaubnispflichtig.
  • Vorher klären: Gibt es einen Anschluss- und Benutzungszwang an den Kanal, und was sagt die untere Wasserbehörde?
Garten © Görlitz/Verband Wohneigentum
Viel freie Fläche - mehr braucht es nicht für eine Versickerung ...

Wer Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern lassen möchte, sollte zunächst die örtlichen Gegebenheiten und rechtlichen Vorgaben prüfen. Boden, Niederschlagsmenge, Grundwasserstand und der Abstand zu Gebäuden spielen ebenso eine Rolle wie mögliche Verunreinigungen des Wassers. Welche Punkte bei der Planung zu beachten sind und welche Voraussetzungen das Grundstück erfüllen muss, zeigen die beiden Checklisten.

Checkliste: Regenwasserversickerung richtig planen

  • Versickerungsleistung des Bodens ermitteln
  • örtliche Regenmenge als Bemessungsgrundlage einbeziehen
  • eventuelle Verunreinigungen des Niederschlagswassers
  • Prüfen der wasser- baurechtlichen Vorgaben
  • Klären, ob ein Kanal-Anschluss-/Benutzungszwang vorliegt
  • bei Schacht-, Rigolenversickerung Planung durch Fachbüro ausführen lassen
  • Achtung! Rigolen- und Schachtversickerungen sind genehmigungspflichtig!

Versickerungsleistung des Bodens messen: Ein einfacher Test

Checkliste: Diese Voraussetzungen muss das Grundstück erfüllen

  • durchlässiger Boden
  • schadstofffreies Wasser
  • genügend Abstand zu Gebäuden (min. 4 m)
  • genügend Abstand zum Grundwasser

Oberflächliche Versickerung bietet zusätzliche Vorteile:

Bei der oberflächlichen Versickerung wird das Niederschlagswasser durch die oberste Boden- und Wurzelschicht gereinigt. Außerdem können dabei Kleinbiotope mit speziellen Pflanzenarten entstehen. Je nach örtlichen Gegebenheiten lassen sich verschiedene Versickerungssysteme miteinander kombinieren.

Martin Breidbach

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