Bedeutung des Mikroklimas für den Garten
Das Mikroklima beschreibt die klimatischen Bedingungen an einem bestimmten Ort – beispielsweise im eigenen Garten. Sonneneinstrahlung, Wind, Luftfeuchtigkeit, Vegetation, Boden und versiegelte Flächen beeinflussen, wie warm oder kühl sich ein Garten anfühlt. Durch die Gestaltung des Gartens können wir diese Bedingungen teilweise selbst beeinflussen.
Warum das Mikroklima verbessern?
Ziel ist es, die Aufheizung des Gartens zu verringern, Verdunstungskühlung zu fördern, Wasser möglichst lange im Boden zu halten und vor austrocknenden Winden zu schützen.
1. Pflanzen schaffen Abkühlung
Bäume sind im Garten besonders wertvoll für die Klimaanpassung. Sie spenden Schatten und kühlen ihre Umgebung durch die Verdunstung von Wasser über die Blätter. Auch Sträucher, Hecken und andere Pflanzen tragen zur Abkühlung bei. Je dichter und vielfältiger die Vegetation, desto mehr Bereiche können vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.
Eine vielfältige Pflanzenauswahl im Garten trägt durch ihre stetige Verdunstungsleistung (Transpiration) dazu bei, die Umgebungsluft abzukühlen. Dieser Abkühlungseffekt ist im Hochsommer sehr gut im innerstädtischen Bereich zu spüren, beim Wechsel von aufgeheizten, bebauten Straßenbereichen in großflächige Grün- und Parkanlagen. Ebenso bremsen hohe Hecken, Sträucher und Bäume die Windintensivität und können, bei geschicktem Einsatz mit entsprechenden Lücken in Windrichtung, die angestaute Wärme ableiten. Um gute Bedingungen im eigenen Hausgarten zu schaffen, empfehlen sich alle bekannten und standortangepassten Begrünungsmaßnahmen, bei denen zum einen eine Vielzahl an heimische Pflanzenarten gewählt werden und zum anderen eine gewisse Toleranz gegenüber sich ändernden Klimabedingungen vorliegen soll.
Für mehr Grün im Hausgarten sind folgende Maßnahmen geeignet:
- Anlage von Wildstrauchhecken
- Bepflanzte Sichtschutzwände und Pergolas
- Dach- und Fassadenbegrünung
- Üppiger Bewuchs durch jegliche Art von Vegetation (Bäume, Sträucher, Stauden, ...)
- Ungenutzte oder wenig genutzte Flächen begrünen
- Kräuter- und Blumenwiesen anlegen, statt vertrockneten Zierrasen
2. Boden lebendig halten und wenig versiegelt
Der Boden, auf dem die Vegetation im Garten wächst und gedeiht, ist ein wichtiger Faktor bei der Verbesserung des Mikroklimas, nicht nur als Pflanzenstandort. Ein gesunder Boden speichert, filtert und leitet Wasser in tiefere Bodenschichten, etwa, um Bäumen in 1,80 m Tiefe pflanzenverfügbares Wasser bereitzustellen. Um wichtige Bodenfunktionen zu fördern ist es ratsam, Bodenverbesserungsmaßnahmen durchzuführen, die die Wasserhaltekraft des Bodens erhöhen:
- Einarbeitung von organischem Material (u.a. Kompost)
- Ausschließlich organische Düngung (Hornspäne, Mist, …)
- Aufbringen von Mulchmaterial (Grasschnitt, Stroh...)
- Pflanzung von Bodendeckern
Versiegelte Flächen aus Beton, Asphalt oder dichtem Pflaster heizen sich bei Sonneneinstrahlung stark auf und können Regenwasser nicht aufnehmen. Wo möglich, sollten deshalb wasserdurchlässige Beläge eingesetzt und unnötig versiegelte Flächen zurückgebaut werden. Auch begrünte Flächen, Bäume und Sträucher tragen dazu bei, die Aufheizung rund ums Haus zu reduzieren.
3. Unterstützung durch Regenwasser
Besonders positive Effekte auf die lokalen Boden- und Grundwasserhaushalte hat es, wenn anfallendes Regenwasser durch üppig bepflanzte Versickerungsflächen, Senken oder naturnahe Teiche aufgefangen und so direkt dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt wird.
Dachbegrünungen können einen erheblichen Teil des Niederschlags zurückhalten und über die Pflanzen wieder an die Atmosphäre abgeben. Wie viel Wasser gespeichert und verdunstet wird, hängt unter anderem vom Dachaufbau, der Substratdicke, der Bepflanzung und der Witterung ab.
ngela Maria Rudolf