Gewusst wie: So gelingt guter Kompost im eigenen Garten

Kompost ist der beste Dünger, den es gibt, und er kostet nichts. Gartenberater Sven Görlitz erklärt, wo der Kompost am besten steht, welcher Behälter zu eurem Garten passt und welche Mischung schnell gute Erde liefert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kompost steht am besten windgeschützt im Halbschatten auf offenem Boden, mit Platz zum Arbeiten.
  • Für die meisten Gärten reicht eine Rottebox aus Holz oder Metallgitter. Bei wenig Platz eignet sich eine Komposttonne, für schnellere Rotte ein Thermokomposter.
  • Auf den Kompost dürfen Garten- und Küchenabfälle. Speisereste nur in geschlossene Behälter, damit sie keine Ratten anlocken.
  • Tabu sind Asche, Straßenkehricht, Staubsaugerbeutel, kranke Pflanzen und Samenunkräuter.
  • Entscheidend ist die Mischung: Stickstoffreiches „grünes“ Material wie Rasenschnitt und kohlenstoffreiches „braunes“ wie Laub oder Häcksel ergänzen sich.
Offene Rottebox aus Holzlatten im Garten, gefüllt mit Pflanzenresten und dunkler Komposterde © pixabay
Für die meisten Gärten die erste Wahl: Eine Rottebox aus Holz oder Metallgitter ist gut belüftet, leicht zu befüllen und schnell selbst gebaut.

Der richtige Standort für den Kompost

Der Kompostplatz sollte gut gewählt werden. Optimal sind:

  • ein windgeschützter Platz im Schatten oder Halbschatten,
  • mit genügend Raum zum Arbeiten drumherum,
  • ein durchlässiger Untergrund,
  • kompostiert immer an derselben Stelle.

Komposter im Vergleich: Rottebox, Thermokomposter und Co.

Für die meisten Gärten eignet sich ein Komposthaufen mit einer Umrandung aus Holz oder einem Metallgitter, eine sogenannte Rottebox. Diese kann gekauft oder selbst gebaut werden. Ist wenig Platz vorhanden, sind Komposttonnen eine gute Wahl und soll die Rotte beschleunigt werden, kommen Thermokomposter zum Einsatz. Sie sind mit einer wärmedämmenden Ummantelung ausgestattet, die dafür sorgt, dass die Temperatur möglichst gut gespeichert wird. So wird die Verrottung des Inhaltes beschleunigt.

Des Weiteren gibt es Komposttrommeln, in denen das Material durch Drehen immer wieder vermischt wird. In einem großen Garten mit viel anfallendem Grünmaterial kann auch einfach in Mieten ohne Randbegrenzung kompostiert werden.

Speisereste und Unkraut: Darauf kommt es an

Was ist besonders wichtig?

Was alles auf den Kompost kann, hängt auch von der Art der Kompostierung ab. Wer Speisereste kompostieren möchte, sollten diese nur in eine geschlossene Komposttonne tun, damit keine Ratten angelockt werden. Samentragende Wildkräuter dürfen nur dann auf den Kompost, wenn eine Heißrotte stattfindet, welche diese zerstört.

Grün und Braun: Die Mischung macht's

Mikroorganismen arbeiten am besten, wenn Kohlenstoff und Stickstoff im richtigen Verhältnis stehen. Als Faustregel gilt: etwa gleiche Teile Grün und Braun, gut durchmischt.

  • Grün (stickstoffreich, feucht): Rasenschnitt, Gemüsereste, Kaffeesatz, frisches Unkraut ohne Samen
  • Braun (kohlenstoffreich, trocken): Laub, Strauchhäcksel, Stroh, zerrissener Eierkarton
  • Riecht der Kompost faulig, fehlt Braunes. Tut sich nichts, fehlt Grünes oder Feuchtigkeit.

Welcher Komposter passt zu mir?

  • Rottebox: der Klassiker für fast jeden Garten, gut belüftet, ideal mit zwei bis drei Kammern zum Umsetzen
  • Komposttonne: platzsparend und geschlossen, gut für Küchenabfälle
  • Thermokomposter: gedämmt, rottet schneller, gut für kleine Gärten
  • Komposttrommel: Durchmischen per Drehen, wenig Kraftaufwand
  • Miete: offener Haufen für große Gärten mit viel Grünschnitt
  • Neu für Balkon und Terrasse: Bokashi-Eimer (Fermentation in der Küche) oder Wurmkiste. So können auch Wohnungseigentümer ohne Garten Küchenabfälle verwerten.
Obst- und Gemüseschalen, Salatreste und Kaffeesatz liegen als Küchenabfall auf einem Komposthaufen © Pixabay
Obst- und Gemüsereste sind wertvolles Kompostmaterial. Gekochte Speisereste kommen nur in geschlossene Komposter.

Das darf auf den Kompost

  • jegliche Pflanzenreste aus dem Garten. Grobe Materialien sollten mit dem Häcksler zerkleinert werden.
  • Organische Abfälle aus dem Haushalt wie Obst- und Gemüseschalen, Salatreste, Zitrusfrüchte nur in kleinen Mengen, Kaffeesatz, kleine Mengen Haushaltspapier.
  • Speisereste nur in geschlossenen Kompostanlagen.

Das gehört nicht auf den Kompost

  • Asche (erhöht die Schwermetallbelastung)
  • Straßenkehricht
  • Inhalt von Staubsaugerbeuteln
  • andere, nichtorganische Fremdstoffe
  • kranke Pflanzenteile (z.B. Kohlhernie)
  • samentragende Wildpflanzen (nur bei Heißrotte).

Wenn's stinkt, summt oder raschelt

  • Fauliger Geruch: zu nass oder zu dicht. Grobes, trockenes Material untermischen und umsetzen.
  • Fruchtfliegen: Küchenabfälle mit Erde oder Laub abdecken.
  • Ratten: kein Gekochtes, kein Fleisch, Fisch oder Milchprodukte. Unter den Komposter ein engmaschiges Gitter legen.
  • Kompost zu trocken: Er sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm, bei Hitze gießen.
  • Vorsicht beim Umsetzen im Herbst und Winter: Igel und Blindschleichen überwintern gern im Kompost.

Die richtige Mischung: Kohlenstoff und Stickstoff

Das Wichtigste bei der Zusammensetzung des Komposts ist das richtige Verhältnis von Kohlenstoff (C) zu Stickstoff (N). Um eine optimale Verteilung dieser zentralen Nährstoffe während der Rotte und im späteren Kompost zu gewährleisten, muss die Mischung der Materialien stimmen, die man auf den Kompost wirft. Wenn zum Beispiel durch Pflanzenmaterial zu viel Kohlenstoff und zu wenig Stickstoff auf den Kompost gelangt, (gärtnerisch: ein zu weites C/N-Verhältnis), dann verlangsamt sich die Rotte. Es entsteht ein nährstoffarmer Kompost. Das ist der Fall, wenn z.B. sehr viel holziges Material und Stroh auf dem Kompost landet.



Tipp: Rasenschnitt mit Laub mischen

Eine gute Mischung wäre zum Beispiel Rasenschnitt mit Laub oder Strauchhäcksel. Sägemehl sollte nach Möglichkeit gar nicht kompostiert werden, da es die Rotte stark verlangsamt. Sind die Kompostmaterialien eher stickstoffarm kann mit der Zugabe von Stickstoff in Form von Hornmehl die Rotte beschleunigt werden. Auch Haarschnitt und Daunenfüllungen von alten Kissen sind stickstoffhaltig und können kompostiert werden.

Sven Görlitz 

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