Gemüsegarten im September: Das ist zu tun

Im September geht die Gartensaison langsam zu Ende – im Gemüsebeet gibt es aber noch einiges zu tun. Jetzt werden wärmeliebende Kulturen abgeerntet, Herbstgemüse gepflegt und die letzten Aussaaten für Herbst und Winter vorgenommen.

© Wolfgang Roth
Durch die Klimaerwärmung verlängert sich die Anbauzeit. Es können noch Aussaaten von verschiedenen Salaten wie Asiasalat, Gartenkresse, Salatrauke (Euruca sativa), Winterportulak (Claytonia perfoliata) und von Radies und winterfesten Spinat-Sorten gelingen.

Wärmeliebendes Gemüse jetzt abernten

Auch wenn dies die Ausnahme ist: In kalten Lagen kann es Ende September bereits Nachtfrost geben. Zuvor solltet ihr alle Bohnen, Tomaten, Gurken, Kürbisse und Zucchini abgeerntet haben. Leichte Fröste lassen sich mit Gartenvlies abwehren.

Winterzwiebeln und Knoblauch stecken

Wintersteckzwiebeln, die bis Mitte Oktober in die Erde kommen, haben einen deutlichen Erntevorsprung vor der Frühjahrespflanzung. Ebenfalls wird es Zeit für das Stecken von Winterknoblauch.

Herbstgemüse jetzt richtig pflegen

Herbstgemüse ist noch im vollen Wachstum. Brokkoli, Blumenkohl, Kopfkohlarten, Porree (Lauch), Rote Bete, Sellerie und Steckrübe (Kohlrübe) nehmen im September und Oktober stark an Gewicht zu. Deshalb sind Pflegemaßnahmen wie mehrmaliges Hacken, Unkraut jäten und Wässern bei Trockenheit sehr wirkungsvoll. Bis zu 6 Wochen vor der Ernte ist bei schwacher Nährstoffversorgung eine Düngung effektiv.

Alle Röschen beim Rosenkohl werden etwa gleich groß, wenn die Pflanze "geköpft" wird. Der optimale Zeitpunkt ist, wenn die unteren Röschen einen Durchmesser von einem Zentimeter erreicht haben, aber nicht später als Ende September.

Die Gefahr, dass Kohl von gefräßigen Raupen heimgesucht wird, ist nicht gebannt. Noch kleben Kohlweißlinge ihre gelben Eier, aus denen sehr bald hungrige Raupen schlüpfen, auf die Blattunterseite. Damit die Raupen keinen Schaden anrichten, müssen sie abgesammelt und die Eier zerdrückt werden. Besser ist es, wenn die Pflanzen schon zu Kulturbeginn mit Gemüsevlies abgedeckt wird, um einen Befall von vornherein auszuschließen.

Beikräuter vor der Samenbildung jäten

Auch viele Beikräuter haben ihr Wachstum noch längst nicht eingestellt. Oft unterschätzt werden Vogelmiere (Stellaria media) und Franzosen- oder Knopfkraut (Galinsoga spp.). Sie blühen laufend nach und produzieren keimfähige Samen bis in den Oktober. Eine Franzosenkraut-Pflanze entwickelt bis zu 10.000 Samen, die im Boden mehr als 10 Jahre überdauern. Angesichts dieser großen Nachkommenschaft solltet ihr auch im Herbst mit dem Jäten nicht nachlassen.

Diese Aussaaten und Pflanzen gehen noch

Durch die Klimaerwärmung verlängert sich die Anbauzeit. Es können noch Aussaaten von verschiedenen Salaten wie Asiasalat, Gartenkresse, Salatrauke (Euruca sativa), Winterportulak (Claytonia perfoliata) und von Radies und winterfesten Spinat-Sorten gelingen. Einen Versuch wert ist auch das Pflanzen von Batavia- und Pflücksalat sowie Endivien und als Winterkultur Kopfsalat mit entsprechenden Sorten.

Feldsalat (Valerianella locusta) ist ein beliebter Herbst- und Wintersalat. Er ist reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Wenn ihr ihn bis Ende September aussät, wird er noch genügend Zuwachs für eine reiche Ernte bringen. Vorgezogene Setzlinge können bis Mitte Oktober ins Beet gepflanzt werden. Danach ist nur die Kultur im (unbeheizten) Gewächshaus möglich. Bei knackigem Frost ist sowohl im Freien als auch im Gewächshaus oder Frühbeet eine Vliesabdeckung erforderlich.

Wer Feldsalat nicht einzeln sondern in Tuffs anzieht, kann ihn später büschelweise ernten. Der Vorteil, das geht schnell und an den Pflanzen haftet weniger Erde. Sät in kleine, mit Anzuchterde gefüllte Töpfe bis zu sieben Samen als Tuff aus. Zur Anzucht eignen sich u.a. Multitopfplatten mit 3 cm Topfgröße. Nach drei Wochen sind die Salatbüschel groß genug, um ins Beet gepflanzt zu werden.

In milden Lagen bestehen auch für frisch ausgesäte Möhren Chancen, den Winter unter Gemüsevlies zu überstehen.

Bei freundlichem Herbstwetter kann es sich Anfang des Monats noch lohnen, auf freigewordenen Beeten Gründünger zu säen. Letzter Aussaattermin für überwinternde Gründünger wie Winterroggen und Dinkel ist der 15. Oktober.

Feldsalat für Herbst und Winter

Bis Ende September ausgesät, wächst Feldsalat noch kräftig genug für eine reiche Ernte. Vorgezogene Setzlinge können bis Mitte Oktober gepflanzt werden.

Noch aussäen im September

Feldsalat, Winterportulak, Asiasalat, Gartenkresse, Salatrauke, Radieschen und winterharte Spinatsorten können jetzt noch ins Beet.

Tomaten vor Kraut- und Braunfäule schützen

Wenn das Laub der Tomaten über eine längere Zeit feucht ist, kann sich die Kraut- und Braunfäule epidemieartig ausbreiten. Haltet die Pflanzen trocken und wässert nur den Wurzelbereich. Sorgt im Gewächshaus für Durchzug. Freilandtomaten lassen sich mit einem lichtdurchlässigen Foliendach vor Regen schützen. Damit auch unter Tomatenhauben die Luft schnell trocknet, müssen diese morgens bei trockenem Wetter hochgerollt werden.

Tomaten lassen sich einfach durch selbst geerntete Samen vermehren. Vorausgesetzt, sie stammen von samenfesten Sorten. Nachzuchten von F1-Hybriden sind ungeeignet, weil die Sämlinge unterschiedlich ausfallen und sich von der Mutterpflanze unterscheiden.

Zur Samengewinnung halbiert eine gesunde, vollreife Frucht, entnehmt den Samen und gebt diesen in ein mit Wasser gefülltes Glas. Nach 2 Tagen hat sich das Fruchtfleisch von den Kernen gelöst und lässt sich in einem Sieb mit Wasser abspülen. Die getrockneten Samen werden dann kühl und dunkel gelagert.

Wolfgang Roth

Tomaten trocken halten

Feuchtes Laub begünstigt Kraut- und Braunfäule. Gießt deshalb nur den Wurzelbereich und sorgt im Gewächshaus für eine gute Belüftung.