Gemüsegarten im April: Das ist zu tun

Im April nimmt die Gartensaison richtig Fahrt auf: Jetzt werden zahlreiche Gemüsearten ausgesät und gepflanzt, Jungpflanzen abgehärtet und die ersten Ernten eingefahren. Mit dem richtigen Schutz vor Kälte, Schnecken und Gemüsefliegen sowie einer guten Bodenpflege schafft ihr beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gemüsesaison.

Jetzt selbst anziehen: Jungpflanzen von Tomaten im Gewächshaus

Ins Freiland sät man nun, zur Staffelung der Ernte etwa alle 3 Wochen neu, geringere Mengen folgender Gemüsearten: Salat, frühe Möhren, Radies und Rettich, Rauke (Rukola) und aromatische Asiasalate (Senfkohlsorten). Auch Schalotten-Zwiebeln können in den Boden, hierbei sind - anders als bei Speisezwiebeln - die größeren Steckzwiebeln Trumpf. Je länger sie dann wachsen können, desto reicher fällt die Ernte aus.

Es lohnt sich zusätzlich etwas Neues auszuprobieren. Einen Versuch wert sind u.a. Blattkoriander, Gartenkresse und Kerbel. Diese drei Kräuter sind Lichtkeimer, deren Samen nur leicht angedrückt, aber nicht mit Erde abgedeckt werden. Etwas wärmebedürftiger sind Bohnenkraut und Dill, deren Samen sicherer ab Mai keimen.

Die eigene Anzucht von Jungpflanzen ist gar nicht so einfach, denn die Sämlinge beanspruchen bestmögliche Wachstumsbedingungen. Besonders schwierig ist es, die optimale Temperatur mit der erforderlichen Lichtintensität in Einklang zu bringen. Wenn sich die Sämlinge zu langen, dünnen Pflänzchen entwickeln, ist sehr wahrscheinlich Lichtmangel die Ursache. Abhilfe schafft ein dichteres Heranrücken an die geputzte Fensterscheibe oder eine künstliche Belichtung mit einer speziellen, wachstumsfördernden Lampe.

Im April dürfen vorgezogene Tomatenpflanzen schon ins ungeheizte Gewächshaus. Bei Außentemperaturen von unter 5°C sollten sie jedoch zur Sicherheit noch mit einem leichten Vlies abgedeckt werden. Aussaaten, die als Jungpflanzen später in den Garten gepflanzt werden sollen, können nun im Gewächshaus vorgenommen werden. Dies betrifft besonders Eisbergsalat, Tomaten, Gurken und Zucchini.

Gemüse im April pflanzen: Jetzt beginnt die Pflanzzeit

© Roswitha Koch
Es beginnt die Pflanzzeit für Kartoffeln, Kopfsalat, Knoblauch, Steckzwiebeln, Topinambur sowie vorgetriebene Puffbohnen (Vicea faba) und für mehrjährige Küchenkräuter.

Es beginnt die Pflanzzeit für Kartoffeln, Kopfsalat, Knoblauch, Steckzwiebeln, Topinambur sowie vorgetriebene Puffbohnen (Vicea faba) und für mehrjährige Küchenkräuter. Unter dem Schutz von Gartenvlies gedeihen ab April auch Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Kopfkohl. Um die Ernte der ersten Kartoffeln etwas zu verfrühen, können die Anbauflächen mit einem leichten Gemüseschutzvlies abgedeckt werden. Allerdings ist an warmen Tagen zu lüften. Ab Mitte Mai kann auf das Vlies verzichtet werden.

Wer Grünspargel mag, für den/die lohnt der Anbau im Garten. Ihr müsst lediglich bei der Anlage des Spargeldbeetes mehr Arbeit investieren, als bei normalen Gemüsekulturen. Danach ist das Spargelbeet pflegeleicht und kann 10 bis 15 Jahre lang genutzt werden - ohne nachzupflanzen. Im Gegensatz zum Bleichspargel entfällt das jährliche Auf- und Abhügeln. Ferner ist Grünspargel auch auf schweren Böden ertragreich und muss in der Erntezeit nicht täglich gestochen werden. Violett in der Farbe, aber sonst dem Grünspargel ähnlich, ist Purpurspargel.

Die optimale Pflanzzeit dauert von Anfang April bis Mitte Mai. Der Boden soll tiefgründig und humusreich sein. Hebt in der Mitte des 1,50 m breiten Spargeldbeetes einen 30 cm breiten und 20 cm tiefen Pflanzgraben aus und arbeitet in dessen Boden verrotteten Stallmist oder reichlich Komposterde ein. Im Abstand von 35 cm werden dann die einjährigen Setzlinge, mit ringsum ausgebreiteten Wurzeln, in den Pflanzgraben gelegt und mit Erde bedeckt. Wenn die ersten Triebe sichtbar werden, kann der Graben vollständig verfüllt werden.

Der Spargel braucht jetzt Zeit. Der volle Ertrag beginnt ab dem dritten Jahr. Dennoch ist eine Kostprobe im ersten Jahr nach dem Pflanzen möglich und eine moderate Ernte im zweiten Jahr.

Was kann man im April aussäen?

Im April können viele Gemüsearten direkt ins Freiland gesät werden. Dazu gehören unter anderem Salat, frühe Möhren, Radieschen, Rettich, Rucola und Asiasalate. Für eine kontinuierliche Ernte lohnt sich eine gestaffelte Aussaat in kleineren Mengen.

Gemüse im Gewächshaus vorziehen und Jungpflanzen abhärten

Alle vorgezogenen Jungpflanzen müssen, vor dem Auspflanzen ins Freie, abgehärtet werden. Dafür wählt am besten einen angenehm temperierten Tag und stellt die Pflanzenkinder an einen schattigen Ort in den Garten.

Übrigens, ein ungeheiztes Gewächshaus ist eine ideale Kinderstube für die Anzucht von Jungpflanzen. Alle vorgezogenen Jungpflanzen müssen, vor dem Auspflanzen ins Freie, abgehärtet werden. Dafür wählt am besten einen angenehm temperierten Tag und stellt die Pflanzenkinder an einen schattigen Ort in den Garten. Nach einigen Tagen haben sich die Blätter an das helle Licht gewöhnen und das Pflanzen kann beginnen.

Jungpflanzen im April richtig abhärten

Vorgezogene Gemüsejungpflanzen müssen vor dem Auspflanzen langsam an Sonne, Wind und kühlere Temperaturen gewöhnt werden. Stellt sie zunächst für einige Stunden an einen geschützten, schattigen Platz im Freien und verlängert die Aufenthaltsdauer nach und nach.

Gemüse vor Schädlingen und Schnecken schützen

Von Maden angefressenes Gemüse ist unappetitlich. Verursacher sind Gemüsefliegen, die an den Wurzelhälsen der Pflanzen ihre Eier ablegen, aus denen dann die gefräßigen Maden schlüpfen. Aber nicht nur Gemüsefliegen, auch andere Schädlinge finden an fast allen Gemüsepflanzen Gefallen. Schutz bietet ein gleich nach dem Bestellen des Beetes aufgelegtes und dicht mit dem Boden abschließendes Insekten-Abwehrnetz oder ersatzweise ein Gartenvlies.

Es geht wieder los! Nacktschnecken verlassen ihr Winterversteck und der Schneckennachwuchs schlüpft aus den Eiern. Fangt rechtzeitig mit dem Absammeln der nachtaktiven Tiere an. Und harkt oder recht die Beetoberfläche feinkrümelig, damit möglichst wenige Verstecke übrig bleiben. Eure Verbündeten gegen Schnecken sind jetzt Igel, Amseln und Rotkehlchen.

Tomaten im April ins Gewächshaus setzen

Vorgezogene Tomaten können im April bereits ins ungeheizte Gewächshaus. Bei Temperaturen unter 5 °C sollten die empfindlichen Pflanzen jedoch zusätzlich mit Vlies geschützt werden.

Im April Gemüse ernten: Winterheckenzwiebeln und Rhabarber

© Roswitha Koch

Wer Winterheckenzwiebeln sein Eigen nennt, kann schon etwas Zwiebellauch ernten. Der Vorlauf dieser im Freien überwinternden Art ermöglicht frühe und kontinuierliche Ernten über die gesamte Vegetationszeit.

Die Erntezeit von Rhabarber dauert von April bis Ende Juni. Für die Begrenzung der Zeit gibt es zwei Gründe: Zum einen braucht die Pflanze Zeit zur Regeneration und zum anderen steigt im Sommer der Gehalt an Oxalsäure. Seit Kurzem gibt es auch Sorten, die keine Oxalsäure enthalten, wie beispielsweise `Livingstone`. Diese Neuzüchtungen können bis zum Herbst beerntet werden, brauchen aber zwischendurch Erholungsphasen, um Kraft für den kommenden Austrieb im Frühjahr zu speichern.

Diese Gemüse können im April gepflanzt werden

Im April beginnt die Pflanzzeit für unter anderem:

  • Kartoffeln
  • Kopfsalat
  • Knoblauch
  • Steckzwiebeln
  • Topinambur
  • Puffbohnen
  • Kohlrabi
  • Brokkoli
  • Blumenkohl
  • Kopfkohl

Kompost im April umsetzen und den Boden verbessern

Wenn du möglichst bald reife Komposterde ernten möchtest, dann solltest du jetzt den Komposthaufen umsetzen. Das Durchmischen des Rohkompostes und die zunehmende Frühlingswärme beschleunigen die Rotte.

Gemüsegarten an Trockenheit und Klimawandel anpassen

Zum Schutz vor zunehmender Trockenheit rät es sich, vor dem Bestellen der Beete Komposterde in den Boden einzuarbeiten. Durch diese zusätzliche Humusgabe (3l/m²) speichert die Erde mehr Feuchtigkeit und hält das Regenwasser länger fest.

Eine weitere Möglichkeit ist der vermehrte Anbau von früh erntereifen Gemüsearten. Beispielsweise fällt bei Erbsen, Kohlrabi, Mairüben, Radies und dem breiten Sortiment an Salaten die Wachstumsphase mit dem höchsten Wasserbedarf in die Zeit, in der der Boden noch Feuchtigkeit aus dem Winter gespeichert hat.

Pflanzen, die tief wurzeln, können sich einen größeren Wasservorrat erschließen als Flachwurzler. Sämlinge sind im Vorteil, denn bei allen Gemüsearten reichen die Wurzel der an Ort und Stelle ausgesäte Pflanzen tiefer als die der Setzlinge. Vorteile genießen auch Gemüsearten mit einer langen Pfahlwurzel wie zum Beispiel Möhren, Pastinaken, Schwarzwurzeln und Wurzelpetersilie.

Gemüsegarten fit für trockene Sommer machen

Eine gute Humusversorgung hilft dem Boden, Wasser länger zu speichern. Eine Gabe von etwa 3 Litern Kompost pro Quadratmeter kann die Wasserspeicherfähigkeit verbessern. Zusätzlich sind früh erntereife und tiefwurzelnde Gemüsearten eine sinnvolle Strategie für trockene Phasen.

Wassersparen: Welche Gemüse kommen mit Trockenheit besser zurecht?

Gemüse mit tiefreichenden Wurzeln kann auf tiefer liegende Wasservorräte zugreifen. Möhren, Pastinaken, Schwarzwurzeln und Wurzelpetersilie sind Beispiele für tiefwurzelnde Kulturen. Auch eine frühe Aussaat kann helfen, weil die Pflanzen dann die Winterfeuchtigkeit im Boden besser nutzen.

Roswitha Koch & Wolfgang Roth