Fische im Gartenteich: Ja oder Nein?
Wer einen Gartenteich anlegt, denkt häufig darüber nach, auch Fische einzusetzen. Für kleine, naturnah angelegte Teiche ist ein Fischbesatz jedoch meist nicht sinnvoll.
Fische können das biologische Gleichgewicht im Gartenteich beeinflussen. Sie fressen unter anderem Tierarten, die sich von Algen ernähren, und greifen damit in die natürliche Nahrungskette ein. Werden die Fische zusätzlich gefüttert, gelangen weitere Nährstoffe in das Wasser. Das kann wiederum starkes Algenwachstum fördern.
Wer einen Gartenteich vor allem als Lebensraum für Pflanzen, Insekten und andere Tiere gestalten möchte, sollte deshalb möglichst auf Fische verzichten.
Wer trotzdem Fische im Teich halten möchte, sollte auf heimische Arten achten und den Fischbesatz an die Größe und Ausstattung des Teiches anpassen. Als mögliche heimische Arten kommen beispielsweise Moderlieschen oder Bitterlinge infrage.
Algen im Gartenteich: Was tun bei starkem Algenwachstum?
Ein gewisses Maß an Algen ist in einem Gartenteich ganz normal. Algen sind Teil des natürlichen Nahrungsnetzes und gehören damit zum Ökosystem Teich.
Problematisch wird es, wenn sich Algen sehr stark vermehren und der Gartenteich zunehmend zuwächst oder das Wasser deutlich beeinträchtigt wird. Häufig steckt dahinter ein zu hoher Nährstoffeintrag. Auch eine starke Erwärmung des Wassers kann das Algenwachstum zusätzlich fördern.
Statt Algen ausschließlich mit technischen oder chemischen Mitteln zu bekämpfen, sollte deshalb zunächst die Ursache gesucht und der Nährstoffeintrag möglichst reduziert werden.
So lässt sich Algenwachstum im Gartenteich reduzieren
- Geeignete Substrate verwenden: Für den Teich sollten nur Substrate eingesetzt werden, die für diesen Zweck geeignet und nährstoffarm sind.
- Laub entfernen: Laub, das in den Teich gelangt, kann sich zersetzen und dabei Nährstoffe freisetzen. Ein Laubschutznetz kann helfen. Bereits vorhandenes Laub sollte regelmäßig abgefischt werden.
- Auf Fische und Fischfutter verzichten: Besonders in kleinen Teichen kann Fischbesatz den Nährstoffgehalt des Wassers erhöhen.
- Algen regelmäßig abfischen: Beim Abfischen werden die in den Algen gebundenen Nährstoffe aus dem Teich entfernt.
- Für Beschattung sorgen: Eine zu starke Erwärmung des Wassers kann das Algenwachstum fördern. Eine geeignete Bepflanzung kann für mehr Beschattung sorgen.
- Unterwasserpflanzen einsetzen: Wasserpflanzen nehmen Nährstoffe auf und geben Sauerstoff an das Wasser ab. Sie können damit das biologische Gleichgewicht unterstützen.
- Wasser untersuchen lassen: Bei anhaltend starkem Algenwachstum kann eine Wasseranalyse helfen, die Ursache gezielter zu ermitteln.
Braucht ein Gartenteich einen Filter oder eine Pumpe?
Ein ausreichend großer und fachgerecht angelegter Gartenteich benötigt in der Regel weder einen Filter noch eine Umwälzpumpe. Entscheidend sind eine passende Größe, eine gute Gestaltung und eine ausgewogene Bepflanzung.
Technische Anlagen können sinnvoll oder erforderlich werden, wenn der Teich beispielsweise mit einem Bachlauf verbunden ist, Fische gehalten werden oder es sich um einen Schwimmteich handelt.
Bei einem naturnahen Gartenteich sollte deshalb zunächst die natürliche Regulierung des Ökosystems im Vordergrund stehen. Technik ist nicht automatisch notwendig, um klares und biologisch stabiles Wasser zu erhalten.
Sven Görlitz