Wie viel Haus kann ich mir leisten: Budget für den Immobilienkauf richtig berechnen

Bevor Sie auf Immobiliensuche gehen, sollten Sie Ihren finanziellen Spielraum genau kennen. Wer Budget, Eigenkapital und mögliche Darlehenshöhe realistisch berechnet, spart Zeit, verhandelt erfolgreicher und vermeidet teure Fehlentscheidungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Berechnen Sie vor der Immobiliensuche Ihre maximal tragbare Monatsrate.
  • Aus Finanzierungsrate, Zins und Tilgung lässt sich die mögliche Darlehenshöhe ermitteln.
  • Berücksichtigen Sie beim Budget auch Kaufnebenkosten wie Notar, Grunderwerbsteuer und Makler.
  • Ein höherer Eigenkapitalanteil verbessert häufig die Kreditkonditionen.
Papiermodell eines Hauses vor einem blauen Hintergrund © Ashin K Suresh auf Unsplash
Wer einen Immobilienkauf plant, sollte die eigenen finanziellen Möglichkeiten genau kennen. Und: Reizen Sie Ihr Budget nicht bis an die finanzielle Obergrenze aus. Eine Reserve für Modernisierungen, Reparaturen oder unerwartete Ausgaben verschafft Ihnen langfristig mehr Sicherheit.

Einkommen und Eigenkapital sind die beiden relevanten Größen, aus denen Sie Ihren finanziellen Rahmen ermitteln können.

So berechnen Sie Ihre maximale Darlehenshöhe

Bestimmen Sie zunächst, welche monatliche Finanzierungsrate Sie dauerhaft tragen können. Mit folgender Formel können Sie daraus Ihr mögliches Darlehen errechnen:

((Finanzierungsrate x 12) : (Zins + Tilgung)) x 100 = Darlehen

Wenn Sie als Finanzierungsrate z. B. 1.000 Euro einsetzen, für Zins und Tilgung jeweils 3 (%), ergibt sich ein Darlehen von 200.000 Euro.

Beispielrechnung:
((1.000 Euro x 12) : (3 + 3)) x 100 = 200.000 Euro

Kaufpreis realistisch kalkulieren – inklusive Nebenkosten

Zusammen mit Ihrem verfügbaren Eigenkapital erhalten Sie den Betrag, den Sie insgesamt für Ihr Eigenheim ausgeben können, also den Kaufpreis inklusive der Erwerbsnebenkosten wie Makler, Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten. Über die Höhe dieser Nebenkosten müssen Sie sich regional informieren, denn diese Kosten liegen - je nach Situation und Bundesland - zwischen 5,5 Prozent und 15 Prozent des Kaufpreises.

Nehmen wir den teuersten Fall an und dazu ein verfügbares Eigenkapital von 75.000 Euro, dann stünde Ihnen ein Gesamtkapital von 275.000 Euro zur Verfügung. Dieses Gesamtkapital entspräche Gesamtkosten von 115 Prozent (100 Prozent Kaufpreis + 15 Prozent Nebenkosten).

Mit folgender Formel ermitteln Sie daraus den möglichen Kaufpreis Ihres Eigenheims:

(Gesamtkapital : (100 + 15)) x 100 = Kaufpreis


Beispielrechnung: 
(275.000 Euro : (100 + 15)) x 100 = 239.130,43 Euro

Der finanzierbare Kaufpreis in unserem Beispiel läge also bei rund 240.000 Euro.

Natürlich sollte man sich aber einen finanziellen Spielraum lassen, da eine zu enge Kalkulation eine teurere, aber wirtschaftlich immer noch verantwortbare Entscheidung sonst scheitern ließe. Ein vernünftiges Limit für die Immobiliensuche läge in unserem Beispiel bei ca. 275.000 Euro.

Suchen Sie aber auch nach Objekten unter 240.000 Euro, dann bleibt Luft für Modernisierungen. Teurere Objekte sollten Sie weit möglichst nach unten verhandeln. Sie schmunzeln? Seien Sie versichert: Je exakter Sie Ihren Rahmen kennen, umso größer ist Ihre Verhandlungsstärke. Viele Beispiele aus meiner 35-jährigen Berufspraxis bestätigen das.

Rechenhilfe-Überblick

Für eine erste Orientierung können Sie also diese beiden Formeln nutzen:

  • Darlehenshöhe: ((Finanzierungsrate × 12) ÷ (Zins + Tilgung)) × 100
  • Möglicher Kaufpreis: (Gesamtkapital ÷ (100 + Nebenkosten in %)) × 100

Warum Eigenkapital den Zinssatz beeinflusst

Das Verhältnis von Fremdkapital zu Kaufpreis gibt Aufschluss über den sogenannten Beleihungsauslauf, also das Kreditrisiko im Vergleich zur beliehenen Kreditsicherheit:

(Darlehen/Kaufpreis) x 100 = Beleihungsauslauf

In unserem Beispiel errechnet sich bei einem Kaufpreis von 240.000 Euro und einem Darlehen von 200.000 Euro ein Beleihungsauslauf von 83,33 Prozent. Die Zins-Angebote der einzelnen Kreditinstitute richten sich nach diesem Wert und nach dem Grundsatz: Je höher der Beleihungsauslauf, desto teurer der Zinssatz. Dieser Effekt hängt mit dem Risiko der Bank zusammen, im Falle einer Zwangsversteigerung Geld zu verlieren. Je mehr Eigenkapital Sie also einsetzen, desto kleiner wird das Risiko der Bank und desto günstiger Ihr Zinssatz.

Experten-Tipp

Legen Sie Ihr persönliches Budget fest, bevor Sie Besichtigungstermine vereinbaren. Wer seine Finanzierung bereits überschlägig berechnet hat, kann schneller entscheiden und tritt bei Preisverhandlungen deutlich souveräner auf.