Smarte Thermostate messen und steuern automatisch
Programmierbare Thermostate ermöglichen eine automatische Temperaturregelung nach Zeitplan. Smarte Thermostate gehen noch einen Schritt weiter: Sie sind darüberhinaus vernetzt und können per App oder Smart-Home-System gesteuert sowie je nach Modell mit weiteren Informationen wie Fensteröffnung oder Anwesenheit verknüpft werden.
Bei programmierbaren und smarten Thermostaten laufen das Messen der Raumtemperatur und die Steuerung des Heizkörperventils automatisiert. Das Festlegen und Halten der Raumtemperatur funktioniert wesentlich genauer als bei analogen Thermostaten.
Mit den digitalen Geräten lässt sich beispielsweise eine Nachtabsenkung der Temperatur zu bestimmten Uhrzeiten definieren - allein für eine Nachtabsenkung lohnen sich die programmierbaren Zähler allerdings nicht, denn diese lässt sich meist bereits am Kessel einstellen.
Smart wird das Thermostat durch Vernetzung
Ein smartes Thermostat ist nicht nur programmierbar, sondern darüberhinaus auch vernetzt. Über WLAN, Bluetooth oder ein Smart-Home-System lassen sich Heizungen per App komfortabel vom Sofa oder aus der Ferne steuern, wenn Sie unterwegs sind.
Wer Bluetooth nutzt, braucht keine weitere Smarthome-Technik, ist aber auch begrenzt, wenn es um die Reichweite oder die Anzahl der Heizkörper geht, die man aus der Ferne steuern möchte. WLAN-Thermostate brauchen ebenfalls kein zusätzliches Zubehör.
Ein Gateway verbindet
Um Thermostate mit einem herstellereigenen Funkstandard per App zu steuern, braucht es ein sogenanntes Gateway. Das ist sozusagen die Vermittlungszentrale, die die Funkverbindung zwischen Thermostat und heimischem Netzwerk herstellt. Das Gateway empfängt die Signale der Thermostate und leitet sie an das WLAN bzw. eine App weiter. Dadurch können mehrere Thermostate zentral gesteuert werden – je nach System auch von unterwegs.
Aber: Nicht jedes smarte Thermostat braucht ein separates Gateway. Manche Geräte verbinden sich direkt per WLAN oder Bluetooth mit dem Smartphone bzw. Netzwerk.
Sie können auf diese Art und Weise alle Thermostate im Haushalt gleichzeitig steuern - vor Ort lokal oder aus einer Cloud. Cloudlösungen ermöglichen zudem, Information aus dem Netz bei der eigenen Heizungssteuerung zu berücksichtigen. Ist zum Beispiel die Prognose für Sonnenstunden mit der Heizungssteuerung verbunden, wird auch im Winter bei einem Raum mit voll beschienenen Südfenstern nicht geheizt.
Hochwertige Versionen können Abwesenheiten der Menschen im Haus oder geöffnete Fenster erkennen. Sie regeln die Temperatur dann entsprechend herunter und bei Rückkehr der Bewohner*innen wieder herauf. Auch ein Sinken der Temperatur zum Beispiel durch Lüften erkennen viele Modelle selbstständig und regeln die Temperatur automatisch herunter. Ist ein Kontakt direkt an Fenster oder Türen angebracht (Fensterkontakt), reagieren Thermostate zum Beispiel sofort und drehen alle Heizkörper ab, wenn ein Fenster auf Kipp steht.
Viele Geräte lassen sich auch mit Sprachassistenten wie Siri, Alexa und Co. kombinieren. Manche smarten Thermostate können auch lernen und diese Erkenntnisse anwenden: zum Beispiel, wie lange es braucht, um ein bestimmtes Gebäude aufzuheizen.
Wie liegen die Kosten?
Einfache programmierbare Thermostate gibt es ab 15 Euro aufwärts im Baumarkt. Smarte Thermostate sind ab 40 Euro zu bekommen - in guter Qualität mit ausreichend Funktionsumfang kosten sie schnell um die 100 Euro. Bei den Kosten ist zu berücksichtigen, dass man für jeden Heizkörper ein neues Thermostat braucht. Wer noch keine kompatible Smart-Home-Zentrale wie beispielsweise eine Fritzbox besitzt, muss auch diese anschaffen. Kostenpreis: um die 150 Euro. Laut Stiftung Warentest liegt der Gesamtpreis für einen Modellhaushalt mit 6 Thermostaten, einer Zentrale und 4 Fensterkontakten insgesamt zwischen 425 und 820 Euro.
Gibt es Sicherheitslücken?
Viele Menschen befürchten, dass über Smart-Home-Geräte persönliche Daten ausgespäht oder die Steuerung der Heizung von Hackern übernommen werden könnte. In der Tat: Jede Technik, die über das Internet läuft, ist angreifbar. Doch solche Angriffe sind unwahrscheinlich, weil sie sich wirtschaftlich nicht lohnen.
Leider fehlen bislang verpflichtende Gütesiegel zur Datensicherheit der Geräte. Wer smarte Thermostate nutzen möchte, kann einige Sicherheitsvorkehrungen treffen:
- Routern sichere Passwörter geben
- den höchsten Verschlüsselungsgrad nutzen
- smarte Software aktuell halten
- Wer nicht von unterwegs aus steuern muss, kann die Technik zur Sicherheit im Offline-Modus benutzen
- Auch eine Lösung ist, einfach nur programmierbare, nicht vernetzte Thermotate zu benutzen.
Wie hoch ist das Einsparpotenzial?
Wie hoch die Heizkosteneinsparung ist, hängt davon ab, wie groß und wie gut gedämmt die Immobilie ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das individuelle Heizverhalten: Wie habe ich bisher geheizt? War es mir immer zu lästig, vor Verlassen des Hauses oder beim Lüften die Heizung herunter zu regeln?
Oder habe ich bislang schon effizient geheizt? In dem Fall wird es mir vielleicht schwerer fallen, größere Einsparungen durch die modernen Thermostate zu erreichen. Wichtig ist natürlich, die modernen Thermostate richtig zu benutzen und möglichst einsparend einzustellen.
Wer durchschnittliche Heizkosten hat, kann mit den modernen Stromzählern laut Stiftung Warentest um die 5 bis 10 % einsparen. In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus lassen sich so pro Jahr Kosten von etwa 135 Euro und 450 kg CO2 vermeiden, rechnet die Bundesregierung vor. Jedes Grad weniger spare 6 % Energie ein.