Was ist Radon?
Radon ist ein sehr bewegliches radioaktives Edelgas, das Sie weder sehen, riechen noch schmecken können. Es entsteht im Boden als eine Folge des radioaktiven Zerfalls von natürlichem Uran. Dieses kommt im Erdreich in vielen Gesteinen vor.
Wie gelangt Radon ins Haus?
Radon kommt in unterschiedlichen Konzentrationen überall in der Umwelt vor. Über Poren, Spalten und Risse wird es aus Böden und Gesteinen freigesetzt und kann über den Untergrund des Hauses auch ins Gebäude gelangen, wo es sich in den Innenräumen ansammelt. Die Konzentrationen in Boden, Luft, Wasser und Innenräumen sind regional und lokal sehr unterschiedlich.
Wie gefährlich ist Radon? Das Lungenkrebsrisiko in Zahlen
Den größten Teil des Tages verbringen wir in geschlossenen Räumen. Je höher die Radon-Konzentration im Boden ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass Radon in größeren Mengen in Gebäude eindringt und sich dort ansammelt. Lebt oder arbeitet man über längere Zeit in Räumen, in denen erhöhte Radon-Werte vorkommen, steigt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.
Laut einer BfS-Studie gehen rund 2.800 Lungenkrebs-Todesfälle pro Jahr auf Radon in Wohnungen zurück, das sind etwa 6,3 Prozent. Betroffen sind nicht nur Raucher: 19 Prozent der Fälle betrafen Menschen, die nie geraucht haben.
Wo kommt Radon häufig vor? Radon-Vorsorgegebiete im Überblick
Wieviel Radon im Boden, in der Luft und in Innenräumen vorkommt, ist in Deutschland regional unterschiedlich.
Nach dem Strahlenschutzgesetz waren die Bundesländer verpflichtet, bis Ende 2020 sogenannte Radon-Vorsorgegebiete zu bestimmen. Es handelt sich dabei um Gebiete, in denen in deutlich mehr Gebäuden als im bundesweiten Durchschnitt eine hohe Konzentration zu erwarten ist, der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter in der Raumluft wird überdurchschnittlich häufig überschritten In diesen Gebieten gelten seit 2021 Regelungen zum Schutz vor Radon, die über die bundesweit gültigen Vorschriften an anderen Orten hinausgehen:
- Für private Bestandsgebäude können Eigentümer*innen und Bewohner freiwillig Maßnahmen ergreifen, um die Radon-Konzentration im Gebäude zu senken.
- Für private Neubauten besteht für Bauherren die Pflicht, durch bauliche Maßnahmen weitgehend zu verhindern, dass Radon in das Gebäude eindringen kann (mehr dazu unten im Kasten "Radon senken: Von Lüften bis Absaugen").
- Beträgt die Konzentration von Radon an Arbeitsplätzen mehr als 300 Becquerel pro Kubikmeter, müssen Maßnahmen eingeleitet werden, um die Radon-Konzentration im Gebäude zu senken.
Erhöhte Radon-Werte in Gebäuden können allerdings auch außerhalb von Radon-Vorsorgegebieten vorkommen. Der Schutz vor Radon ist daher auch in Regionen wichtig, die nicht Radon-Vorsorgegebiet sind.
Radon-Karte: Wie hoch ist das Radon-Risiko an meinem Wohnort?
Die Karte des Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) "Radon im Boden" steht auf den Internetseiten des BfS als Übersichtskarte für ganz Deutschland unter www.bfs.de/radon-karte zur Verfügung.
Radon messen: So finden Sie heraus, ob Ihr Haus betroffen ist
Wie hoch die Radon-Konzentration innerhalb bereits bestehender Gebäude oder im Boden eines einzelnen Grundstückes ist, kann man aus der Karte übrigens nicht ablesen. Dieser Wert lässt sich nur mit einer Radon-Messung ermitteln. Radon-Messungen in Gebäuden sind kostengünstig und mit wenig Aufwand verbunden. Unter www.bfs.de/radon-messen kann man sich näher über das Thema informieren.
Radon senken: Von Lüften bis Absaugen
- Als Erstmaßnahme sollte das Gebäude regelmäßig durchlüftet werden - und zwar so, dass bereits nach wenigen Minuten die gesamte Innenraumluft ausgetauscht ist. Das so genannte Querlüften beschleunigt den Luftaustausch.
- Hilfreich ist das Abdichten von Türen und Leitungen zum Keller, beispielsweise mit Silikon
- Da Radon sich im Erdboden bildet, sind mögliche Eintrittsstellen vor allem in den Bereichen zu finden, die Bodenkontakt haben - zum Beispiel Hauswände mit Erdberührung oder Kellerböden. Über Risse, Fugen oder Rohrdurchführungen findet das Gas dort seinen Weg ins Gebäudeinnere. Ziehen Sie ggf. Fachleute zu Rate, die wissen, wie diese optimal abzudichten sind.
- Radonhaltige Luft neben oder unter dem Gebäude absaugen
- Bei Neubauten: Nach Paragraph 123 Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) sind für neue Gebäude mindestens die nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik erforderlichen Maßnahmen zum Feuchteschutz einzuhalten. Wird ein Haus in einem Gebiet gebaut, in denen in vielen Gebäuden eine hohe Radon-Konzentration zu erwarten ist, sind zusätzliche bauliche Maßnahmen zum Schutz vor Radon verpflichtend. Für Neubauten besteht hier für Bauherren die Pflicht, durch zusätzliche bauliche Maßnahmen weitgehend zu verhindern, dass Radon in das Gebäude eindringen kann. Zum Beispiel schützt eine solide Bodenplatte aus wasserundurchlässigem Beton gegen Bodenfeuchte und damit auch gegen das Eindringen von Radon. Daneben bieten Radonschutzfolien oder radondichte Konstruktionen zusätzlich eine wirksame Abdichtung gegen eindringendes Gas aus dem Erdreich.
Nur eine Messung schafft Klarheit
Wie hoch die Radon-Konzentration in einem Gebäude tatsächlich ist, lässt sich zuverlässig nur durch eine Messung feststellen.
Die Messung ist nach Angaben des BfS unkompliziert und kostengünstig und sollte idealerweise über ein ganzes Jahr erfolgen, um einen aussagekräftigen Jahresmittelwert zu erhalten. Dafür werden die wichtigsten Aufenthaltsräume ausgewählt – also etwa Wohnzimmer, Schlafzimmer, Arbeitszimmer oder Wohn- und Essbereiche, in denen sich die Bewohnerinnen und Bewohner besonders häufig aufhalten. Handelsübliche Messgeräte können dort problemlos eingesetzt werden und stören im Alltag nicht; wichtig ist lediglich, Räume wie gewohnt zu nutzen und zu lüften.
Besonders einfach sind passive Messgeräte, sogenannte Kernspurdosimeter: Die kleinen Kunststoffbehälter benötigen weder Strom noch Batterien und arbeiten völlig geräusch- und geruchlos. Sie werden einfach im Raum aufgestellt und erfassen über den Messzeitraum die Radon-Belastung der Raumluft.
Passive Radon-Messgeräte können Sie bei Messlaboren bestellen. Je nach Messlabor kostet eine Messung (sie umfasst Messgerät und Auswertung durch das Labor) häufig zwischen 30 und 50 Euro.
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