Klimafitter Garten: So trotzt er Hitze, Trockenheit und Starkregen

Heiße Sommer, lange Trockenphasen, Starkregen und milde Winter: Der Klimawandel stellt Gärten vor neue Aufgaben. Unser Gartenberater zeigt, welche Pflanzen mit dem neuen Klima zurechtkommen, wie ihr Boden und Regenwasser nutzt und warum Grün besser kühlt als Schotter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hitze, lange Trockenphasen, Starkregen und Spätfrost setzen vielen Gartenpflanzen zu, vor allem durstigen Arten wie Hortensie, Rhododendron und Thuja.
  • Wählt Pflanzen, die Trockenheit vertragen und trotzdem winterhart sind. Heimische Arten bieten zusätzlich Nahrung für Insekten und Vögel.
  • Gießt Immergrüne auch im Winter, wenn es länger trocken ist und der Boden nicht gefroren ist.
  • Ein humusreicher, gemulchter Boden und gesammeltes Regenwasser helfen eurem Garten durch Trockenzeiten.
  • Grün statt Schotter: Pflanzen kühlen das Grundstück, Schotterflächen heizen es auf.
Ausgetrockneter Gartenboden mit tiefen Rissen © Görlitz/Verband Wohneigentum
Durch den Klimawandel steigt die Gefahr von Wetterextremen.

Hitze und Trockenheit: Was sich im Garten verändert

In der Rheinebene, wo ich Zuhause bin, wird es schon im Frühsommer oft sehr heiß. Ist es dazu noch anhaltend trocken, nehmen viele Gartenpflanzen Schaden. Je nach Region kann das mitunter Vorteile bieten: Höhere Durchschnittstemperaturen verlängern die Zeit, in der man im Garten Gemüse anbauen kann. Wärmeliebende Pflanzen wie Paprika, Tomaten, Wein, Aprikosen und Melonen wachsen so besser, auch in unseren Breitengraden.

Wetterwechsel sind extremer: Milde Frühjahre, späte Fröste

Extreme sind für fast alle Pflanzen schlecht. Ist der Frühling mild, treiben die Pflanzen früher aus. Doch lauert sogleich, wie in diesem Jahr, die Gefahr von Spätfrost, der den frischen Austrieb und die Blüten absterben lässt und die Ernte gefährdet. Steigen die Temperaturen, leiden Pflanzen mit hohem Wasserbedarf wie Hortensien, Rhododendron, Thuja und manche Phlox- und Asterarten.

Warum Immergrüne im Winter vertrocknen

Ein weiteres Problem: Im Winter schneit es seltener. Die Niederschläge fallen in warmen Regionen fast nur noch als Regen. Gleichzeitig können längere Trockenphasen auftreten. Regen kann Nährstoffe aus dem Boden waschen mit der Folge, dass empfindliche, krautigen Stauden leicht verfaulen. Andererseits kann es auch im Herbst und Winter lange Trockenphasen geben. Wenn der Boden dann doch noch durchfriert, können die Pflanzen kein Wasser mehr aufnehmen. Immergrüne Pflanzen wie etwa der Rosmarin, Buchsbaum oder Kirschlorbeer vertrocknen dann oft, weil ihre grünen Blätter weiter Wasser verdunsten. Die Erfahrung aus der Gartenberatung, einer Leistung für Mitglieder im Verband Wohneigentum, zeigt: Viele Hausgärtner denken, dass sie erfroren sind, aber tatsächlich hatten sie zu wenig Wasser. 

Auch im Winter gießen

Ist es im Herbst und Winter länger trocken, brauchen Immergrüne wie Rosmarin, Kirschlorbeer oder Buchs Wasser, denn sie verdunsten auch in der kalten Jahreszeit über ihre Blätter. Gießt an frostfreien Tagen, wenn der Boden nicht gefroren und nicht zu nass ist, am besten mittags.

Klimafeste Pflanzen: Trockenheitsverträglich und winterhart

Wer einen Garten anlegt, sollte Pflanzen wählen, die nicht viel Wasser brauchen, aber trotzdem an unser Klima gewöhnt sind. Mediterrane Pflanzen können zwar mit Hitze und Trockenheit gut zurechtkommen, viele Arten sind aber empfindlich gegenüber Frost und starken Temperaturschwankungen. Deshalb sollte bei der Pflanzenauswahl nicht nur auf Trockenheitsverträglichkeit, sondern auch auf Winterhärte und Standorttauglichkeit geachtet werden.

Robuste heimische Gehölze und Stauden sind häufig eine gute Wahl. Sie sind an unsere regionalen Bedingungen angepasst und bieten zudem Nahrung und Lebensraum für Insekten und Vögel. Besonders Pflanzen, die tief wurzeln und Trockenheit gut vertragen, sind geeignet.

Dazu gehören beispielsweise Hopfenbuche, Felsenbirne, Rosen, Sanddorn, Königskerze, Natternkopf, Bart-Iris, Fetthenne, Lein, Salbei, Blauraute und Teppichglockenblume.

Boden schützen: Mulch und Humus speichern Wasser

Ein gesunder Boden ist der beste Wasserspeicher im Garten. Je mehr Humus er enthält, desto mehr Regen kann er aufnehmen und desto länger kommen eure Pflanzen ohne Gießen aus. Arbeitet deshalb regelmäßig Kompost ein und lasst den Boden nicht offen liegen. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder Holzhäcksel schützt vor Austrocknung und Verschlämmung bei Starkregen.

Sandboden lässt Wasser schnell versickern, Lehmboden verschlämmt leicht. Wie ihr euren Boden Schritt für Schritt verbessert, damit er mehr Wasser speichert: So speichert ihr Wasser im Boden

Folgen der Globalisierung: Neue Schädlinge und invasive Pflanzen

Klimawandel, Fernreisen und internationaler Handel greifen ineinander und machen heimischen Arten das Leben schwer. Sei es durch eingeschleppte Krankheiten und Schädlinge. Auch gebietsfremde Pflanzen können sich unter veränderten klimatischen Bedingungen leichter etablieren und stark ausbreiten. In der Rheinebene sind dies zum Beispiel der Götterbaum und die Robinie. Beide Arten gedeihen auch bei Hitze und Trockenheit sehr gut. Auch der Gehörnte Sauerklee kann sich auf trockenen Standorten schnell ausbreiten.

Bei der Pflanzenauswahl sollte deshalb nicht allein die Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze und Trockenheit entscheidend sein. Sinnvoll sind standortgerechte, robuste und möglichst vielfältige Pflanzungen.

Götterbaum: Verkauf und Anpflanzung verboten

Der Götterbaum steht seit 2019 auf der Liste invasiver Arten der Europäischen Union. Er darf nicht mehr verkauft, gepflanzt oder vermehrt werden. Habt ihr bereits einen im Garten, dürft ihr ihn behalten. Achtet aber darauf, dass er sich nicht ausbreitet, und entfernt Sämlinge früh.

Grün statt Schotter: Pflanzen kühlen das Grundstück

Ein Thermometer zeigt die Hitze in eine Schottergarten. © Görlitz/Verband Wohneigentum
Schotterwüste verstärkt die Hitze im Garten.

Dass neben der industriellen Landwirtschaft auch unsere selbstgemachten „Betongärten“ und „Schotterwüsten“ die Artenvielfalt bedrohen, ist das Eine. Das Andere: Je mehr Grün verschwindet, desto heißer wird es.

Versiegelte Flächen und Schotter heizen sich bei Sonneneinstrahlung stark auf und geben die gespeicherte Wärme später wieder ab. Pflanzen dagegen kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung und spenden Schatten. Für die Abkühlung in Wohngebieten sind Gärten mit möglichst viel Grün deshalb sehr wichtig.

Angefangen von Stauden über Sträucher und Kletterpflanzen bis hin zu Hochstammbäumen: Jede zusätzliche Begrünung kann zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen. Jeder, der einen heißen Tag im grünen Schatten eines Baumes verbracht hat, weiß: Es gibt kaum eine bessere natürliche „Klimaanlage“.

Regenwasser im Garten halten

Auch Regenwasser sollte möglichst im Garten gehalten werden. Regentonnen oder Zisternen können Wasser für trockene Zeiten speichern. Unversiegelte, bepflanzte Flächen ermöglichen zudem, dass Niederschlag versickert und dem Boden zur Verfügung steht. Gerade bei Starkregen können bepflanzte Versickerungsflächen, Mulden oder naturnahe Teiche dazu beitragen, Wasser aufzunehmen und den natürlichen Wasserkreislauf zu unterstützen.

Regentonne, IBC-Container oder Zisterne: Wir vergleichen die Möglichkeiten, geben euch Checklisten für Aufbau und Einbau und zeigen, wohin mit dem Wasser, wenn die Behälter voll sind. Regenwasser im Garten sammeln

Sven Görlitz

Kleines weißes Modellhaus steht auf ausgetrockneter, rissiger Erde © AdobeStock/Dmytro

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Gruppe von Menschen unterschiedlichen Alters, darunter eine Person im Rollstuhl © PantherMedia, Amelaxa Korr

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Welche Pflanzen passen zu eurem Boden? Warum kümmert der Kirschlorbeer? Als Mitglied im Verband Wohneigentum bekommt ihr Antworten von unseren Gartenfachleuten, dazu Rechtsberatung und Versicherungsschutz rund ums Eigenheim. Welche Leistungen genau dazugehören, insbesondere bei der Rechtsberatung, ist je nach Bundesland unterschiedlich.

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blühende Stauden © Verband Wohneigentum/Koch

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Zeit des Klimawandelsalt (PDF)

Naturnaher Hausgarten mit kleinem Teich, Stauden und Sträuchern © Verband Wohneigentum/Görlitz

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