Warum Starkregen und Hochwasser jedes Haus treffen können
Durch den Klimawandel häufen sich starke Niederschläge. Gleichzeitig sorgen versiegelte Flächen und zu wenig Versickerungsmöglichkeiten dafür, dass Regenwasser nicht mehr richtig ablaufen kann. Die Folge: Kanalisationen sind überlastet, Wasser staut sich und dringt in Gebäude ein - auch ohne Flussnähe.
Gut zu wissen
Ein Haus muss nicht in einem ausgewiesenen Hochwassergebiet liegen, um durch Starkregen überflutet zu werden. Besonders versiegelte Flächen und überlastete Kanalisationen können dazu führen, dass Wasser innerhalb kurzer Zeit in Keller oder Erdgeschoss eindringt.
Wasser im Haus: So handeln Sie richtig
Sicherheit geht vor
Wenn nach Starkregen oder Hochwasser Wasser ins Gebäude gelangt, ist der erste Impuls oft, sofort in den Keller zu laufen und zu retten, was zu retten ist. Doch Vorsicht: Wasser in Verbindung mit Strom kann lebensgefährlich sein, und auch ausgelaufenes Heizöl oder austretendes Gas sind eine ernste Gefahr. Bevor Sie sich um Ihr Hab und Gut kümmern, sollten Sie deshalb sicherstellen, dass niemand in Gefahr gerät. Es gilt:
Strom und Gas abstellen, bevor Sie überflutete Bereiche betreten
Ist die Hauptverteilung nicht erreichbar: Energieversorger kontaktieren
Prüfen, ob gefährliche Stoffe wie Heizöl ausgelaufen sind
Bei Gefahr sofort Feuerwehr verständigen (Notruf 112)
Schäden dokumentieren und Folgeschäden verhindern
Ist die akute Gefahr gebannt, geht es darum, den Schaden zu begrenzen und für die Versicherung festzuhalten. Melden Sie den Schaden so schnell wie möglich Ihrer Versicherung, denn viele Verträge verlangen eine unverzügliche Meldung. Damit die Versicherung zahlt, müssen Sie die Schäden belegen können. Gleichzeitig sind Sie verpflichtet, alles Zumutbare zu tun, damit der Schaden nicht noch größer wird. Deshalb:
Schäden schriftlich dokumentieren und fotografieren
Räume möglichst zügig leerpumpen (wenn Wasser abfließen kann)
beschädigtes Inventar ausräumen
nasse Bereiche trocknen (Geräte ggf. ausleihen - Quittungen aufbewahren)
Notreparaturen sind erlaubt, um größere Schäden zu verhindern
Welche Versicherung zahlt bei Hochwasser und Starkregen?
Viele Betroffene gehen davon aus, dass Hochwasserschäden automatisch abgedeckt sind - das stimmt meist nicht. Ein Schutz besteht in der Regel nur, wenn eine Elementarschadenversicherung als Zusatz zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgeschlossen wurde.
Welche Versicherungen schützen im Schadensfall?
Wohngebäudeversicherung: Schäden am Gebäude
Hausratversicherung: Schäden an Möbeln und Einrichtungsgegenständen
Elementarschutz: nötig bei Überschwemmung, Starkregen, Rückstau
Prüfen Sie Rückstausicherungen regelmäßig. Selbst eine vorhandene Elementarschadenversicherung ersetzt Rückstauschäden häufig nur, wenn die vorgeschriebenen Sicherungseinrichtungen eingebaut und funktionsfähig sind.
Was übernimmt die Elementarschadenversicherung?
Die Elementarschadenversicherung ist kein eigener Vertrag, sondern ein Zusatzbaustein zur Wohngebäudeversicherung. Sie springt ein, wenn Starkregen, Überschwemmung, Rückstau oder andere Naturgefahren wie Erdrutsch oder Schneedruck das Haus beschädigen. Wie umfassend der Schutz ist, hängt von Ihrem Vertrag ab. Viele Verträge sehen zum Beispiel eine Selbstbeteiligung vor. Je nach Vertrag übernimmt die Versicherung zum Beispiel:
Reparatur von Haus, Garage oder Nebengebäuden
Wiederaufbau eines gleichwertigen Gebäudes (bis zur Deckungssumme)
Kosten für Ersatzunterkunft während der Sanierung
Mietausfall, wenn Wohnraum nicht nutzbar ist
Haus vor dem nächsten Starkregen schützen: Maßnahmen mit großer Wirkung
Starkregen kann jedes Haus treffen, nicht nur am Fluss oder am Hang. Wenn innerhalb kurzer Zeit große Mengen Regen fallen, ist die Kanalisation schnell überlastet, und das Wasser sucht sich seinen Weg ins Gebäude, meist über den Keller. Die gute Nachricht: Viele Schutzmaßnahmen lassen sich ohne große Umbauten und mit überschaubarem Aufwand umsetzen. Wer die Schwachstellen seines Hauses kennt, kann gezielt vorbeugen.
Typische Schwachstellen am Haus
Kellerfenster und Lichtschächte
Türen und niedrige Schwellen
Abflüsse und Toiletten im Untergeschoss
Rückstau aus der Kanalisation
Sinnvolle Schutzmaßnahmen
Welche Maßnahmen bei Ihnen nötig sind, hängt von Lage und Bauweise Ihres Hauses ab. Ein guter Rückstauschutz ist für jedes Haus mit Keller wichtig. Viele Gemeinden schreiben ihn in ihrer Entwässerungssatzung sogar vor, und ohne ihn zahlt die Versicherung bei Rückstauschäden unter Umständen nicht.
Lichtschächte erhöhen oder abdecken
Rückstauklappen prüfen und warten
Rückstausicherung oder Rückstauschleife einbauen
Dachrinnen und Fallrohre regelmäßig reinigen
Haustechnik höher installieren (Heizung, Steckdosen, Stromverteiler)
mobile Schutzsysteme bereithalten (Sandsäcke, Dammbalken)
Grundstück clever gestalten: Regenwasser versickern lassen statt überfluten
Ein großer Teil des Schutzes beginnt außerhalb des Hauses. Je mehr Flächen auf dem Grundstück versiegelt sind, desto schneller sammelt sich das Wasser bei Starkregen und fließt in Richtung Haus oder Kanalisation. Gärten, Wiesen und offene Böden dagegen nehmen Regen auf wie ein Schwamm. Ziel ist deshalb, möglichst viel Wasser auf dem eigenen Grundstück zu halten, zu speichern oder langsam versickern zu lassen. Mit der richtigen Gestaltung schützen Sie Ihr Haus und tun gleichzeitig etwas für den Garten.
Wichtig ist:
Gefälle vom Haus wegführen
Entwässerungsrinnen an gefährdeten Stellen einbauen
versiegelte Flächen reduzieren (wie Kies, Rasengittersteine, Fugenpflaster)
Regenwasser sammeln (Regentonne oder Zisterne)
Versickerungsmulden und Bodensenken anlegen
So entlasten Sie nicht nur die Kanalisation, sondern schaffen gleichzeitig einen klimafreundlichen Garten mit zusätzlichem Wasservorrat für trockene Sommer. In vielen Gemeinden sparen Sie außerdem Geld: Wer weniger Regenwasser in den Kanal leitet, zahlt oft eine geringere Gebühr für Niederschlagswasser.
Versicherungsschutz prüfen: Elementarschäden rechtzeitig absichern
Wer noch keine Elementarschadenversicherung besitzt, sollte frühzeitig vergleichen. Es gibt teils große Preisunterschiede, abhängig von der Gefährdungsklasse. Grundlage dafür ist häufig das Zonierungssystem ZÜRS Geo des Gesamtverbands der Versicherer GDV.
Der Folder zum Thema Extremwetter
✅ konkrete Schutzmaßnahmen für Haus und Grundstück
✅ Notfall-Checkliste für Starkregen und Hochwasser
✅ Tipps zur Versicherung und Schadensregulierung
✅ Hinweise zu Rückstau, Abdichtung und Regenwassernutzung
Hochwasser & Starkregen: So schützen Sie ihr Haus
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
Weitere Informationen bietet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Auf seiner Website finden Sie Tipps zum Schutz vor Hochwasser, Starkregen und Unwettern sowie zur Vorsorge bei Stromausfall. Der kostenlose Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ enthält außerdem eine Checkliste für Notvorrat, Notgepäck und wichtige Dokumente. Ihn gibt es zum Herunterladen, auch in Leichter Sprache und mehreren Fremdsprachen.
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Rundum vorgesorgt gegen Extremwetter
Wasser ist nicht die einzige Gefahr für Ihr Zuhause. Wie Sie Haus und Garten auch vor Hitze und Sturm schützen und welche Versicherung Sie brauchen, lesen Sie in unserem Überblick.
Gut geschützt mit dem Verband Wohneigentum
Als Mitglied erhalten Sie Beratung rund um Haus und Garten, wichtige Versicherungen und unser monatliches Mitgliedermagazin. Welche Leistungen genau dazugehören, insbesondere bei Versicherung und Rechtsberatung, unterscheidet sich je nach Bundesland.
Alle Ratgeber zur Klimaanpassung
Von Hitzeschutz über Starkregenvorsorge bis zum klimafesten Garten: In unserer Rubrik finden Sie alle Beiträge, mit denen Sie Ihr Zuhause auf Extremwetter vorbereiten.