Einbruchschutz: So sichern Sie Haus und Wohnung vor der Reise
Schwachstellen sind Türen und Fenster.
Beim Verlassen der Wohnung und nachts Türen immer fest verschließen und nicht nur zuziehen. Fenster bei Abwesenheit stets verschlossen halten und nicht "auf Kipp" stellen - Einbrecher könnten dies als "Einladung" verstehen.
Wer nur Fenster mit niedrigem Sicherheitsschutz / Standardbeschläge hat, kann die Immobile vor dem Urlaub mit speziellen Nachrüstsicherungen schützen. Wichtig: Nicht nur das Erdgeschoss sichern, auch über Keller, Balkon oder Garage kommen Einbrecher ins Haus.
Einbruchschutz dauerhaft verbessern:
Alle Türen mit einem hochwertigen Schutzbeschlag versehen. Der Schließzylinder darf nicht hervorragen und sicher gegen Aufbohrversuche sein. (Widerstandsklassen: RC 1 bis 6. Je höher die Sicherheitsklasse ist, umso mehr Zeit brauchen erfahrene Einbrecher, um die Tür aufzubrechen.)
Auch für Fenster einbruchhemmende Beschläge verwenden. Ratsam sind Fenster mit Pilzkopfzapfen, die sich besonders fest verzahnen und das Aufhebeln erschweren. (Widerstandsklassen wie bei Türen. Je höher die Sicherheitsklasse ist, umso mehr Zeit brauchen erfahrene Einbrecher, um einzusteigen.)
Versicherungsschutz beachten
Sind Haus oder Wohnung nicht ausreichend gesichert, gilt dies als fahrlässig. Nach einem Einbruch würde die Hausratsversicherung nicht zahlen.
Sonnenschutz: Hitze während des Urlaubs aussperren
Guten Schutz bieten außen liegende Sonnenschutzsysteme wie Rollläden und Klappläden. Innen an den Fenstern angebrachte Rollos, Jalousien oder Vorhänge schützen ebenfalls vor Sonne und sollten im Urlaub meist herabgelassen sein. Gut ist, um Belebtheit vorzugaukeln, wenn Nachbarn die Position öfters verändern.
Dauerhaft für natürlichen Sonnenschutz sorgen: Ein Laubbaum vor der Südseite des Hauses verschattet und kühlt im Sommer. Im Winter lässt die lichte Krone die Sonne durch die Fenster scheinen.
Einbruchschutz beginnt vor der Abreise
Einbrecher erkennen oft schon auf den ersten Blick, ob ein Haus unbewohnt ist. Zeitschaltuhren, geleerte Briefkästen und bewegte Rollläden lassen Ihr Zuhause bewohnt erscheinen und senken das Einbruchsrisiko deutlich.
Sturm und Starkregen: Das Haus wetterfest machen
Rechtzeitig vor dem Urlaub einen aufmerksamen Hausrundgang machen.
Hängende Blumenampeln und Blumentöpfe auf Balkon und Terrasse sichern.
Allzu leichte Terrassenmöbel und Sonnenschirme lieber in die Garage oder den Schuppen räumen. Ebenso sollten Leitern angeschlossen sein, um es Einbrechern nicht zu leicht zu machen und außerdem bei Sturm Schäden durch Herumfliegen zu vermeiden.
Verschmutzungen in den Dachrinnen wie Laub oder Zweige sollten entfernt werden, das schützt vor Verstopfungen und Überlauf.
Liegen die Dachziegeln plan auf dem Dach? Zerbrochene oder fehlende Dachziegel können zu Feuchteschäden führen und sollten daher umgehend ersetzt werden. Gibt es Mängel wie ein kleines Loch im Dach, kann Wasser eindringen.
So schützen Sie Ihre Immobilie langfristig vor Unwetterschäden
STURM: Höhere Bäume brauchen regelmäßig eine Baumkontrolle. Zertifizierte Baumkontrolleure können feststellen, ob eine Gefahr von einem größeren Baum zu Sturmzeiten ausgeht.
STARKREGEN: Ein großes Rückschlagventil an der Schnittstelle zwischen Kanalsystem und Haus schützt. So kann bei Starkregen und überlastetem Kanalsystem kein Schmutzwasser zurück ins Haus gedrückt werden. Eine regelmäßige Reinigung nicht vergessen.
Schaffen Sie im Garten um das Haus ausreichend Möglichkeiten zum freien Versickern von Regenwasser. Wichtig - und nebenbei ökologisch - ist es, den Garten nicht mit wasserdichtem Belag, zum Beispiel Pflaster zu versiegeln, sondern planvoll zu bepflanzen.
Begrünte Dächer können einen guten Teil von Starkregen zurückhalten.
Regentonnen und in den Boden eingelassene Zisternen helfen, Starkregen abzufangen und das Wasser später sogar noch sinnvoll zu nutzen. Vor dem Urlaub ist es ratsam, den Überlauf von Zisterne und Regentonne nicht ins Kanalnetz, sondern in den Garten laufen zu lassen. Das schützt das Haus bei Starkregen.
TIPP: Bitten Sie vor jedem Urlaub Nachbarn Ihres Vertrauens, ein wachsames Auge auf die Immobilie zu werfen und im Zweifel auch einen fremden Menschen anzusprechen oder gar die Polizei zu rufen, wenn etwas verdächtig erscheint. Wenn es sich etabliert, dass wachsame Nachbarn sich gegenseitig zum Beispiel mit Blumen gießen und Briefkasten leeren in der Urlaubszeit helfen, ist in Sachen Einbruchschutz und für die Gemeinschaft der Nachbarn untereinander viel getan.
Auch Unwetter bedenken
Lose Gartenmöbel, verstopfte Dachrinnen oder beschädigte Dachziegel können während eines Urlaubs erhebliche Schäden verursachen. Ein kurzer Kontrollgang ums Haus schützt oft vor teuren Überraschungen.
Haushalts-Check vor der Abreise
Checkliste: Haushalt
Kühlschrank leeren bzw. verderbliche Sachen vorher aufbrauchen, an die Nachbarn verteilen oder zur Foodsharing-Stelle bzw. "Tafel" bringen.
Gefrierfach abtauen
Zeitung abbestellen oder an Urlaubsort umbestellen (in Deutschland)
Zentrale Wasserzufuhr im Haus abdrehen, bzw. falls Nachbarn Blumen gießen sollen, nur die Wasserzufuhr für Waschmaschine abstellen. Ggf. auch Gaszufuhr abdrehen!
Anrufbeantworter mit neutraler Ansage besprechen, nicht: "Wir sind erstmal 3 Wochen in Urlaub." Das gilt auch für Abwesenheitsassistenten bei E-Mails und in den sozialen Medien - auch das könnte Begehrlichkeiten bei Einbrechern wecken.
Briefkasten regelmäßig von Nachbarn leeren lassen, die dabei den Stand des Sonnenschutzes variieren, oder Postlagerung beauftragen.
Kleine Lampe/n oder Radios mit Zeitschaltuhr helfen, Belebtheit in Haus und Wohnung zu suggerieren.
Wichtige Dokumente und Wertsachen gehören in ein Bankschließfach oder in den Safe zuhause. Zur Sicherheit noch eine Aufstellung aller eingeschlossenen Dinge machen und schriftlich woanders deponieren.
Wenn sich keine Nachbarn finden: Zimmerpflanzen überdauern die Urlaubszeit gut z. B. in der Badewanne, die auf dem Boden 1 cm mit etwas Wasser bedeckt ist. Im Gartencenter gibt es auch kleine Wasser-Depotsysteme, die man in den Blumentopf stecken kann. Robuste Pflanzen wie Kakteen und Yucca können Sie auch einfach rausstellen, das wird ihnen sogar guttun.
Unser Tipp
Die beste Absicherung ist eine gute Nachbarschaft. Wer sich gegenseitig beim Briefkastenleeren, Blumengießen oder Kontrollgang unterstützt, erhöht nicht nur den Einbruchschutz, sondern stärkt auch das Miteinander im Wohngebiet.
Anna Florenske