Eigenheim im Ruhestand: So werden Sie rechtzeitig schuldenfrei

Wer sein Eigenheim bis zum Ruhestand entschuldet, reduziert seine finanzielle Belastung im Alter erheblich. Sondertilgungen, eine passende Anschlussfinanzierung und die richtige Zinsstrategie helfen dabei, die Baufinanzierung schneller zurückzuzahlen und langfristig Zinskosten zu sparen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Eigenheim sollte möglichst vor dem Renteneintritt schuldenfrei sein.
  • Sondertilgungen verkürzen die Laufzeit und sparen Zinskosten – sofern sie vertraglich vereinbart sind.
  • Nach zehn Jahren können viele Immobiliendarlehen mit langer Zinsbindung gesetzlich gekündigt und zu besseren Konditionen umgeschuldet werden.
  • Sondertilgungen sollten bevorzugt in Darlehen mit den höchsten Zinssätzen fließen.
© Verband Wohneigentum/Ahmerkamp
Wer sein Eigenheim bis zum Ruhestand entschuldet, reduziert seine finanzielle Belastung im Alter erheblich.

Wann sind Sondertilgungen sinnvoll?

Sondertilgungen auf Darlehen mit gebundenen Sollzinsen sind nur dann möglich, wenn das Sondertilgungsrecht im Darlehensvertrag vereinbart wurde. In älteren Verträgen mit noch relativ hohen Zinsen konnten Sondertilgungsrechte in der Regel kaum vereinbart werden. Den Geldinstituten war das Risiko, "gut" verliehenes Geld zurücknehmen zu müssen, um es dann nur noch schlechter anlegen zu können, schlicht zu groß. 

In Niedrigzinsphasen ist das genau umgekehrt: Kreditinstitute rechnen eher mit einem steigenden Zins-Niveau, in dem sie das anfänglich billig verliehene Geld besser anlegen können. Auch wenn die aktuell höheren Zinsen nicht mehr der Niedrigzinsphase der letzten Jahre entsprechen, so haben die meisten Institute doch an einem grundsätzlichen Recht zur Sondertilgung festgehalten, um im Markt konkurrenzfähig zu bleiben.

Ob sich Sondertilgungen lohnen, muss konkret geprüft werden, denn: Liegt der Darlehenszins unter dem Zinssatz einer sicheren Kapitalanlage inkl. der hierauf zu entrichtenden Kapitalertragsteuer (z. B. Festgeld), lohnen sich Sondertilgungen eher nicht. Liegt der Darlehenszins über dem Zinssatz einer sicheren Kapitalanlage, sollten 

Sie die Möglichkeit zur Sondertilgung so oft es geht nutzen. Sie werden bei gleicher Sicherheit nirgendwo Ihr Geld gewinnbringender anlegen können, als in der eigenen Immobile. Bei Bauspardarlehen können Sie Sondertilgungen jederzeit in beliebiger Höhe leisten.

Lange Zinsbindung: Wann sich eine Umschuldung lohnt

Vielen Bürgerinnen und Bürgern geht Sicherheit über alles, weshalb in Darlehensverträgen häufig Zinsbindungen "größer 10 Jahre" vereinbart wurden und werden. Solche "Langläufer" dürfen Sie 10 Jahre nach der Vollauszahlung des Darlehens mit einer Frist von 6 Monaten kündigen und auf aktuelle Konditionen umstellen. Sie haben dann die Wahl: entweder beim selben Kreditinstitut zu bleiben oder durch Umfinanzierung zu einem neuen Institut zu wechseln. (§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB).

Unser Tipp: Sondertilgungen gezielt einsetzen und Zinsen sparen

Nicht selten besteht eine Eigenheimfinanzierung aus mehreren Finanzierungsbausteinen, bei denen Sondertilgungen erlaubt sind.

Leisten Sie mögliche Sondertilgungen immer auf die Verträge mit den höchsten Zinsen, denn hier wirken sich diese Tilgungsleistungen rein rechnerisch am besten aus.

Sondertilgungen gezielt einsetzen und Zinsen sparen oder freie Mittel zu besseren Zinsen sicher anlegen, und am Ende der Vertragslaufzeit das Darlehen zu reduzieren.