Die Geheimcodes der Verbrecher: Gaunerzinken erkennen und richtig reagieren

Kleine Kreidestriche, eingeritzte Symbole oder unauffällige Markierungen an Haustür, Klingel oder Briefkasten können Hinweise auf sogenannte Gaunerzinken sein. Ob tatsächlich Einbrecher dahinterstecken oder nicht: Wer verdächtige Zeichen entdeckt, sollte aufmerksam handeln. Wir erklären, was hinter den Geheimcodes steckt und wie Sie Ihr Zuhause besser schützen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gaunerzinken sind Symbole, mit denen Einbrecher Informationen über Häuser austauschen sollen.
  • Neben Kreidezeichen werden teilweise auch Werbeflyer oder kleine Papierstreifen genutzt, um Abwesenheit zu überprüfen.
  • Verdächtige Markierungen sollten zunächst fotografiert und anschließend entfernt werden.
  • Kontrollieren Sie Türen, Fenster und das Grundstück auf weitere Auffälligkeiten.
  • Eine kostenlose Einbruchschutzberatung der Polizei hilft, Schwachstellen am Haus zu erkennen.
Übersicht Geheimzeichen der Verbrecher © DAITEM
Gaunerzinken - die Geheimzeichen der Einbrecher. Wer verdächtige Zeichen entdeckt, sollte aufmerksam handeln.

Was sind Gaunerzinken?

Oft sind es kleine und unauffällige Symbole und Zeichen, beispielsweise ein Kreidekreuz am Klingelbrett oder eine Einkerbung an der Eingangstür. Das klingt zunächst harmlos, kann jedoch ernste Folgen haben. Denn was von Bewohnern eines Hauses im Alltag leicht übersehen wird, dient Einbrechern als wichtige Informationsquelle. 

So genannte "Gaunerzinken", die es bereits seit dem Mittelalter gibt, werden nach wie vor von Einbrechern als Geheimcodes genutzt. Je nach Situation und Zeichen, kann die Botschaft zum Beispiel lauten: "Frau lebt alleine" oder "In diesem Haus ist Geld vorhanden". In der Praxis folgt auf den "Späher", der die Beobachtungen und Markierungen macht, meist einige Zeit später der Beutezug seiner Einbrecherkomplizen.

Manchmal verrät ein gewöhnlicher Werbeflyer mehr, als den Bewohnern lieb ist! Neben den "klassischen" Gaunerzeichen setzen professionelle Diebesbanden gerne Werbeflyer oder kleine Papier- und Kunststoffschnipsel ein. In den Haustürspalt eines Einfamilienhauses geklemmt, dienen diese als einfache Abwesenheits- oder Urlaubsanzeiger. Klemmt die Markierung beim nächsten Besuch noch an der gleichen Stelle, ist den potenziellen Einbrechern klar, dass die Tür zwischenzeitlich nicht geöffnet wurde und niemand zu Hause ist.

So handeln Sie richtig

• Markierung zunächst fotografieren.
• Anschließend entfernen.
• Haus und Grundstück auf weitere Auffälligkeiten kontrollieren.
• Nachbarn informieren und aufmerksam bleiben.
• Bei konkretem Verdacht oder verdächtigen Personen die Polizei verständigen.

So reagieren Sie richtig auf verdächtige Markierungen

Wer beim Zeitung- oder Postholen plötzlich ein ungewohntes Symbol im Eingangsbereich seines Hauses entdeckt, sollte besonnen reagieren. Bevor man das Zeichen wegwischt, ist es ratsam, zuvor ein Foto zu machen. Sinnvoll ist es auch, die Hausfassade nach weiteren Auffälligkeiten zu untersuchen und präventiv den Sicherheitsstandard zu überprüfen.

Da jedes Haus andere Risikopotenziale aufweist, empfehlen die Polizei und seriöse Anbieter von Sicherheitstechnik eine kostenlose Vorort-Begehung mit einem geschulten Fachmann. Ergänzend zur ebenfalls ratsamen mechanischen Absicherung von Türen und Fenstern, können so genannte Einbruchmeldeanlagen Schutz bieten. So können Außenmelder Eindringlinge bereits auf dem Grundstück detektieren. Ein Türkontaktmelder sichert die Haustür vor unerwünschtem Besuch. Je nach Bedarf kann die Alarmierung über eine Sirene und/oder einen stillen Alarm erfolgen - beispielsweise um einen Wachdienst zu rufen. Wenn es um eine einfache Nachrüstung geht, sind Funk-Alarmanlagen eine gute Wahl. Durch die kabellose Funktechnik erfolgt die Montage schnell und ohne Schmutz.

Wann sind Gaunerzinken echt – und wann nicht?

Wer sichergehen will, ob es sich um ernstzunehmende Markierungen oder um einen Kinderspaß handelt, findet im Internet entsprechende Erklärungen zum Entschlüsseln von Gaunerzinken.