Bauturbo: Verband Wohneigentum fordert Sorgfalt bei Umsetzung und Evaluierung

Mit dem Bauturbo hat die Bundesregierung ein zentrales Element umgesetzt, das Verfahren vereinfacht und neue Spielräume für den dringend benötigten Wohnraum schafft. Private Eigentümerinnen und Eigentümer können von den Erleichterungen profitieren, wenn sie durch die Kommunen sorgfältig umgesetzt werden.

Bauarbeiter auf einem Gerüst © Josh Olalde auf Unsplash
Der Verband Wohneigentum begrüßt das Ziel des Bauturbos, Verfahren zu vereinfachen und neue Spielräume für dringend benötigten Wohnraum zu schaffen. Gleichzeitig plädiert der Verband für einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Möglichkeiten.

"Der Bauturbo kann dabei helfen, Wohneigentum für Menschen erreichbarer zu machen - etwa durch einfachere Genehmigungen bei Dachaufstockungen und Anbauten oder bei der Umnutzung leerstehender Gebäude", erklärt Peter Wegner, Präsident des Verbands Wohneigentum. "Gerade für Familien, die ihr Zuhause erweitern oder für Generationenwohnen umbauen wollen, entstehen damit neue Möglichkeiten. Diese Impulse für den Bestand sind ein wichtiger Baustein für bezahlbares Eigentum."

Das Gesetz erlaubt befristet bis Ende 2030, in bestimmten Fällen von Bauvorschriften abzuweichen, wenn die Gemeinde zustimmt. Damit können Kommunen schneller auf lokale Wohnraumbedarfe reagieren, insbesondere bei Nachverdichtung und Bestandsumbau (§ 246e BauGB).

"Umbau, Sanierung und Nachverdichtung im Bestand sind die nachhaltigste Form des Bauens", betont Verena Örenbas, Bundesgeschäftsführerin des gemeinnützigen Verbands. "Wenn Genehmigungen für solche Maßnahmen künftig einfacher werden, ist das auch ein Gewinn für den Klimaschutz. Wichtig ist, dass dabei Umwelt- und Nachbarschaftsbelange nicht unter die Räder kommen."

"Sorgfalt muss Vorrang vor Tempo haben"

Kritisch sieht der Verband Wohneigentum, dass das Gesetz auch Abweichungen von Lärm- und Umweltschutzstandards ermöglicht. "Eigentum braucht gesunde Lebensbedingungen. Hier muss Sorgfalt Vorrang vor Tempo haben", mahnt die Juristin Örenbas.

Positiv bewertet der Verband hingegen, dass Gemeinden das finale Entscheidungsrecht behalten. Sie können über Abweichungen vor Ort entscheiden und so eine gute Balance zwischen Beschleunigung, Qualität und Nachhaltigkeit wahren.

"Jetzt kommt es darauf an, dass Kommunen und Länder die neuen Freiräume verantwortungsvoll nutzen - für mehr Wohneigentum, klimafreundliche Umbauten und lebenswerte Quartiere", resümiert Verbandspräsident Peter Wegner.